Direkt zum Inhalt springen

Der Genehmigungsvorbehalt muss abgeschafft werden

Zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zu Medizinalcannabis

Kristine Lütke MdB, Mitglied im Gesundheitsausschuss, sucht- und drogenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion

Ob Epilepsie, Multiple Sklerose oder Morbus Crohn: Bei all diesen Krankheiten – das wissen wohl die Wenigsten – kann auch Medizinalcannabis zur Linderung für schmerzgeplagte Patientinnen und Patienten beitragen. Doch Medizinalcannabis führt nach wie vor ein Schattendasein. Die Hürden für den Zugang zur Therapie mit medizinischem Cannabis sind nach wie vor hoch.

Außerdem haftet Medizinalcannabis ein schlechtes Image an – getrieben durch die gescheiterte Prohibitions-Politik der vergangenen Jahrzehnte. Das muss sich ändern: Medizinisches Cannabis muss raus aus der Schmuddelecke – denn es ist ein hochpotentes Phytoarzneimittel, das Patientinnen und Patienten viel Leid ersparen könnte. Jetzt ist die Politik gefragt!

Lange war nicht klar, welche richtungsweisenden Entscheidungen der Gemeinsame Bundesausschuss in Bezug auf Medizinalcannabis treffen wird. Seit dem 15. März 2023 wissen wir: Patientinnen und Patienten können sich Medizinalcannabis ohne neue Hürden verschreiben lassen. Denn der G-BA erschwert die Versorgung mit medizinischem Cannabis nicht weiter. Auch Hausärztinnen und -ärzte dürfen weiterhin Cannabis als Medizin verschreiben. Im Gespräch war hier, dass künftig nur noch Facharztpraxen Rezepte für Medizinalcannabis ausstellen dürfen. Das hätte schwerkranke Patientinnen und Patienten im schlimmsten Fall sogar auf den Schwarzmarkt treiben können - davor hatte ich bereits im Vorfeld massiv gewarnt.

Wahre Wunderwaffe im Kampf gegen viele Krankheiten

Denn Medizinalcannabis könnte sich als wahre Wunderwaffe im Kampf gegen viele Krankheiten erweisen. Dazu gehört es auch, den Genehmigungsvorbehalt komplett abzuschaffen. Zwar dürfen Krankenkassen die Genehmigung für medizinisches Cannabis künftig nur noch in begründeten Ausnahmefällen ablehnen, dennoch ist klar: Nur, wenn der Genehmigungsvorbehalt in Gänze abgeschafft wird, machen wir Medizinalcannabis insgesamt attraktiver – gerade mit Blick auf die Patientinnen und Patienten!

Das könnte Sie auch interessieren

Dr. Jürgen Malzahn
Johannes Wolff

Kommentare: Krankenhausausgaben 2027: Steigerung der Erlöse schafft Handlungsspielräume

„Kliniksterben“, „Insolvenzwelle“, „dramatische Lage“ – wer den aktuellen Rufen der Krankenhauslobby lauscht, muss glauben, das deutsche Gesundheitssystem stehe kurz vor dem endgültigen Kollaps. Die Forderung nach immer neuen Krisensitzungen und Sofortprogrammen ist zum festen Ritual geworden. Doch werfen wir einen nüchternen Blick auf die Fakten, der bei einigen Branchenvertretern für ungläubiges Kopfschütteln – oder deutlich erhöhten Blutdruck – sorgen dürfte: Den deutschen Krankenhäusern steht im kommenden Jahr genug Geld zur Verfügung.

Dr. Jürgen Malzahn, Johannes Wolff

Daniel Bahr © privat
© privat

Kommentare: Vision Zero – gemeinsam gegen Krebs

Krebs wirkt wie ein Brennglas für das Gesundheitswesen. Mit gebündeltem Fokus nimmt der Verein Vision Zero die Probleme und Potenziale der Onkologie in den Blick. Im Vorstand des Vereins wirkt ein Bundesgesundheitsminister a.D. mit. Neben seiner Führungsposition bei der Allianz PKV AG engagiert sich Daniel Bahr für Vision Zero. Wir haben Daniel Bahr eingeladen, seine Motivation zu erläutern:

Daniel Bahr

Prof. Dr. med. Jürgen Windeler © Axentis/Lopata
© Axentis/Lopata

Kommentare: Ein Meilenstein mit drei Einträgen

Nein, FDZ steht nicht für „Freie Denker Zutzenhausen e.V.“ oder „Forum Dilettierender Zitherspieler“. Die Abkürzung steht für das „Forschungsdatenzentrum Gesundheit“, eine qua Gesetz installierte staatliche Institution. Sie befindet sich zudem als Organisationseinheit P31 in einer der wichtigsten Regulierungsbehörden des deutschen Gesundheitssystems, dem BfArM.

Prof. Dr. Jürgen Windeler