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Kommentare

Dr. Markus Beier © Georg Lopata/axentis
© Georg Lopata/axentis

Die Evidenz spricht für die HZV

Das flächendeckende Primärversorgungssystem soll kommen – nur wie weiß noch niemand. Doch was ist überhaupt konkret gemeint, wenn Politik, Krankenkassen oder Ärzteschaft von einem Primärversorgungssystem sprechen? Und was sagt die internationale und nationale Evidenz zu den Ideen und Vorschlägen?

Dr. Markus Blumenthal-Beier

Hartmut Reiners

Kommissionen als Reformersatz

Die Bundesregierung und der für Streitfälle zuständige Koalitionsausschuss konnten sich bislang nicht auf die personelle Besetzung der Kommission zur Reform der Pflegeversicherung einigen. Offenbar wird dieser scheinbar formale Akt als Vorgriff auf die Arbeitsergebnisse dieses Gremiums verstanden.

Hartmut Reiners

Ilse Boskamp

Digitale Gesundheitsanwendungen fördern statt beschneiden

Im Rahmen der Änderungsanträge zur Reform der Notfallversorgung planen die Bundestagsfraktionen CDU/CSU und SPD einen zusätzlichen erfolgsabhängigen Abschlag der Vergütungsbeträge für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Dadurch droht den Herstellern dieser noch jungen Versorgungsform, Planungssicherheit und wirtschaftliche Auskömmlichkeit wegzubrechen. Außerdem werden bei allen Akteuren weitere Bürokratie aufgebaut und Kollateralschäden bei der Versorgung in Kauf genommen.

Ilse Boskamp

Prof. Dr. med. Jürgen Windeler © Axentis/Lopata
© Axentis/Lopata

FDZ: die Bestandskraft von Bescheiden und AMNOG 2.0

Das gesetzliche Transparenzgebot für das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) bleibt weiterhin unerfüllt. Acht neue Einträge sind in den letzten sieben Wochen erfolgt, mindestens 90 stehen weiterhin aus. Und gleichzeitig soll dem FDZ eine herausragende Rolle in der Weiterentwicklung des AMNOG (AMNOG 2.0) zugewiesen werden.

Prof. Dr. Jürgen Windeler


Niklas Best

Verordnet ist nicht versorgt bei chronisch Kranken

Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz gilt ab 2027 wieder ein Grundsatz, der lange aus dem Blick geraten war: Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung sollen sich stärker an ihren Einnahmen orientieren. Die Finanzierungslücke, die ohne Gegenmaßnahmen entstehen würde, beziffert das Bundesgesundheitsministerium auf rund 19 Milliarden Euro für 2027 und bis zu 44 Milliarden Euro im Jahr 2030. Eine zentrale Ursache ist die hohe Dynamik der Leistungsausgaben, die zuletzt deutlich schneller gestiegen sind als die beitragspflichtigen Einnahmen.

Niklas Best


Dr. Jürgen Malzahn
Johannes Wolff

Krankenhausausgaben 2027: Steigerung der Erlöse schafft Handlungsspielräume

„Kliniksterben“, „Insolvenzwelle“, „dramatische Lage“ – wer den aktuellen Rufen der Krankenhauslobby lauscht, muss glauben, das deutsche Gesundheitssystem stehe kurz vor dem endgültigen Kollaps. Die Forderung nach immer neuen Krisensitzungen und Sofortprogrammen ist zum festen Ritual geworden. Doch werfen wir einen nüchternen Blick auf die Fakten, der bei einigen Branchenvertretern für ungläubiges Kopfschütteln – oder deutlich erhöhten Blutdruck – sorgen dürfte: Den deutschen Krankenhäusern steht im kommenden Jahr genug Geld zur Verfügung.

Dr. Jürgen Malzahn, Johannes Wolff


Daniel Bahr © privat
© privat

Vision Zero – gemeinsam gegen Krebs

Krebs wirkt wie ein Brennglas für das Gesundheitswesen. Mit gebündeltem Fokus nimmt der Verein Vision Zero die Probleme und Potenziale der Onkologie in den Blick. Im Vorstand des Vereins wirkt ein Bundesgesundheitsminister a.D. mit. Neben seiner Führungsposition bei der Allianz PKV AG engagiert sich Daniel Bahr für Vision Zero. Wir haben Daniel Bahr eingeladen, seine Motivation zu erläutern:

Daniel Bahr


Prof. Dr. med. Jürgen Windeler © Axentis/Lopata
© Axentis/Lopata

Ein Meilenstein mit drei Einträgen

Nein, FDZ steht nicht für „Freie Denker Zutzenhausen e.V.“ oder „Forum Dilettierender Zitherspieler“. Die Abkürzung steht für das „Forschungsdatenzentrum Gesundheit“, eine qua Gesetz installierte staatliche Institution. Sie befindet sich zudem als Organisationseinheit P31 in einer der wichtigsten Regulierungsbehörden des deutschen Gesundheitssystems, dem BfArM.

Prof. Dr. Jürgen Windeler


Thomas Eisenreich © Home Instead GmbH, Frechen
© Home Instead GmbH, Frechen

Pflegeplätze sichern statt wegregulieren

Die stationäre Pflege steht vor einer doppelten Herausforderung: Die Kosten steigen weiter, während zugleich die Zahl verfügbarer Pflegeplätze sinkt. Daraus entsteht eine Pflegelücke, die Pflegebedürftige, Angehörige, Träger und Kommunen gleichermaßen belastet. Die Bundesarbeitsgruppe Pflege des Wirtschaftsrats der CDU hat sich dieser Frage bewusst aus unternehmerischer Perspektive angenommen: Wie lässt sich Versorgung sichern, ohne ein ohnehin immer teurer werdendes System lediglich mit zusätzlichem Geld zu stabilisieren? Denn genau das kann nicht die Lösung sein.

Thomas Eisenreich


Prof. Dr. med. Jürgen Windeler © Axentis/Lopata
© Axentis/Lopata

Digital-Aktionismus im Blindflug

Sie scheinen sich zum magischen Allheilmittel für Probleme im Gesundheitssystem zu entwickeln: Digitalisierung und Prävention in aller Munde. Angefangen von den Diskussionen über Zucker-, Alkohol- und Tabaksteuer vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Vorschläge, Initiativen und Kampagnen ins Gespräch gebracht werden, so auch eine „Präventionsoffensive“ mit „Mentalitätswandel“ aus dem BMG. Und in diese Überlegungen hinein platzt eine Pressemitteilung des GKV-Spitzenverbandes (GKV-SV): „Datengestützte Prävention wirkt“! In einem ergänzenden Ergebnispapier werden „erste Erkenntnisse“ aus der Anwendung des § 25b SGB V präsentiert.

Prof. Dr. Jürgen Windeler

Cara Müting
Rosemarie Wehner

Betriebsmodell Gesundheitssystem grundlegend neu ordnen

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die Finanzen stabilisieren. Doch ohne ein übergeordnetes Zielbild für ein nachhaltiges und solidarisches Versorgungssystem zahlen wir den Preis an anderer Stelle.

Cara Müting, Rosemarie Wehner

 © Artemed Krankenhaus Düren
© Artemed Krankenhaus Düren

Wir brauchen eine nationale Sepsisstrategie

Sepsis zählt zu den größten, zugleich aber auch am wenigsten wahrgenommenen Gesundheitsrisiken unserer Zeit. Während Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs fest im öffentlichen Bewusstsein verankert sind, bleibt die Sepsis für viele Menschen ein unbekannter Begriff, obwohl sie jedes Jahr für zahlreiche Todesfälle verantwortlich ist und bei Überlebenden häufig zu langfristigen gesundheitlichen Einschränkungen führt. Diese mangelnde öffentliche Wahrnehmung steht in einem bemerkenswerten Gegensatz zur medizinischen Bedeutung dieser Erkrankung.

Prof. Dr. med. Stefan Schröder