Wann wirken finanzielle Anreize bei Ärzten?
Ärzte haben einen besonderen Stellenwert im Gesundheitssystem. Durch eine langjährige Ausbildung haben sie sich ein komplexes Spektrum an Wissen und Kompetenzen angeeignet, was ihnen ein hohes Maß an Selbständigkeit und Unabhängigkeit in der medizinischen Behandlung von Patienten gewährt. Der Arzt in seiner Rolle als Fachkraft stellt Arbeitgeber vor große Herausforderungen. Die ärztliche Leistungserbringung ist für den Unternehmenserhalt entscheidend. Gleichzeitig haben Arbeitgeber bzw. übergeordnete Institutionen nur eingeschränkt die Möglichkeit, einen Einfluss auf ärztliche Tätigkeiten zu nehmen. Finanzielle Anreize durch z.B. Sonderzahlungen sind ein altbewährtes Kontrollinstrument, um Handlungen von Personen bis zu einem gewissen Maß zu steuern. Eine kanadische Studie [1] untersucht erstmalig, inwieweit finanzielle Anreize eine Verhaltensänderung bei Fachärzten hervorrufen, indem auf die fachgebietsspezifischen und fachgebietsübergreifenden Charakteristika von ärztlichen Leistungsbereichen eingegangen wird.