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Wissenschaft

Dr. Ines Niehaus

Ärztliche Führungskräfte erzielen bessere Qualitätsergebnisse

Wirtschaftlichkeit und eine hohe Versorgungsqualität gewährleisten: Das sind die Anforderungen, die an Führungskräfte von Krankenhäusern gestellt werden. Managementkenntnisse allein sind für eine gute Führung eines Krankenhauses jedoch nicht ausreichend. Die Einbindung von medizinischen Fachkenntnissen kann richtungsweisend für strategische Entscheidungen sein. Immer mehr Ärzte übernehmen obere Führungspositionen von Gesundheitsorganisationen. Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf Krankenhäuser bzw. Klinikverbünde hat. Im Rahmen einer groß angelegten USA-Studie wurde erstmalig untersucht, ob eine ärztliche oder nicht-ärztliche Krankenhausgeschäftsführung bessere Qualitäts- und Wirtschaftsergebnisse erzielt [1].

Dr. Ines Niehaus


Dr. Ines Niehaus

Die Warnsignale einer Systemüberlastung im Krankenhaus frühzeitig erkennen

Um dem Kostendruck stand zu halten, sollte ein Krankenhaus möglichst viele Patienten mit dem vorhandenen Personal und den materiellen Ressourcen behandeln. Die Gesundheitspolitik zieht mit den Regulierungen aus der 19. Legislaturperiode die Zügel weiter an und erhöht damit die wirtschaftlichen Anforderungen für die Krankenhausversorgung (siehe Maßnahmenanalyse Observer Gesundheit ). Doch wie hoch sollte die Auslastung sein, um wirtschaftlich als Krankenhaus gut da zu stehen? Eine Studie [1] aus den USA zeigt auf, welche Auswirkungen eine steigende Arbeitsbelastung durch zunehmende Patientenzahlen auf die Krankenhausversorgungsqualität hat. Die komplette Bettenauslastung ist dabei nicht von Vorteil für die Klinik und für Patienten, die besonders behandlungsbedürftig sind.

Dr. Ines Niehaus

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Expertenfeedback verbessert Therapieentscheidungen bei jungen Kinderärzten

Mehr Leistung und weniger Zeit – mit der leistungsorientierten Vergütung im Gesundheitswesen zählt jede Minute. Das gilt auch für den Kontakt zwischen Arzt und Patient. Ärzte müssen immer häufiger in kürzester Zeit adäquate Behandlungsentscheidungen treffen, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Um die Therapieentscheidungen von Ärzten zu unterstützen, werden zunehmend Entscheidungshilfen wie Therapieleitlinien oder expertenbasiertes Feedback eingeführt. Es stellt sich nun die Frage, in welchem Ausmaß solche Entscheidungshilfen zu einer Optimierung von ärztlichen Therapieentscheidungen beitragen. Eine deutsche Studie untersucht erstmalig, inwieweit die Entscheidungen zur Antibiotikagabe von Kinderärzten durch Feedback von Experten verbessert werden kann [1].

Dr. Ines Niehaus

Dr. Ines Niehaus

Wohin mit den Patienten, wenn kein Platz mehr frei ist?

Personalschlüssel müssen vorgehalten werden, der Patientenzulauf steigt – in Anbetracht der gegenwärtigen gesundheitspolitischen und demografischen Entwicklungen in Deutschland werden Krankenhäuser immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Erste Konsequenzen sind bereits zu verzeichnen. Bis zur Jahresmitte 2019 nahmen 37 % der deutschen Krankenhäuser Bettensperrungen in pflegesensitiven Intensivbereichen vor (z.B. Intensivmedizin) [1]. Eine steigende Nachfrage bei sinkenden Kapazitäten – kann das gut gehen? Um dem zunehmenden Patientenzulauf gerecht zu werden, müssen Krankenhäuser vermehrt auf alternative Strategien zurückgreifen. Eine Möglichkeit besteht in der Anwendung einer sogenannten Off-Service-Platzierung, wo Patienten auf Betten einer fachfremden Station verlegt werden, sofern keine Betten auf der diagnose-zugehörigen Station vakant sind. Welche Auswirkung eine solche Off-Service-Platzierung auf die betroffenen Patienten und auf die zugehörigen Prozessabläufe hat, wurde erstmalig in einer Studie [2] aus den USA untersucht. Die Ergebnisse sind niederschmetternd.

Dr. Ines Niehaus


Mehr Sicherheit für die Patienten lohnt sich für ein Krankenhaus auch finanziell!

In den USA ist es bereits gang und gäbe, dass Krankenhäuser mit finanziellen Sanktionen bei einem Verstoß gegen Vorgaben zur Patientensicherheit rechnen müssen. Beispielsweise erhalten US-Krankenhäuser eine reduzierte Vergütung für Behandlungen, die nachweislich auf den Krankenhausaufenthalt zurückzuführen sind (z.B. Fremdkörper, die nach einer Operation im Körper verbleiben). Die finanziellen Sanktionen erhöhen den Druck auf die Krankenhäuser, Qualitätssicherungsstandards umzusetzen. Der daraus resultierende positive Effekt für die Patientensicherheit wird jedoch von den hohen Kosten überschattet, die ein Krankenhaus dafür aufbringen muss. Endet für ein Krankenhaus die breite Implementierung von Patientensicherheitsmaßnahmen damit automatisch in einem finanziellen Verlust? Eine Studie [1] aus den USA untersucht erstmalig, wie sich die Effekte von Patientensicherheitsmaßnahmen finanziell auf ein Krankenhaus auswirken.


Optimierungspotenzial in der Terminfindung

Ein zeitnaher Termin beim Arzt. Wer wünscht sich das nicht? Um Patienten lange Wartezeiten zu ersparen, haben Wissenschaftler [1] ein offenes Terminvereinbarungssystem [OT-System] entwickelt und implementiert. Hierbei erhalten Patienten nach Möglichkeit noch am selben Tag einen Arzttermin, wobei die Behandlung von einem Ärzteteam durchgeführt wird. Ein Termin bei dem regulären Arzt kann durch das OT-System nicht gewährleistet werden, da ein schneller Zugang zur Versorgung im Fokus steht. Doch sind wirklich alle Patienten mit dieser sofortigen Terminvereinbarung unter den gegebenen Bedingungen einverstanden? Eine Studie [2] aus den USA untersucht erstmalig patientenbezogene Präferenzen zu einem OT-System, um Optimierungspotenziale in der Terminfindung herauszuarbeiten.


Dr. Ines Niehaus

Ein Besuch in der Notfallaufnahme – Ja oder Nein?

Die hohe Auslastung in den deutschen Notfallaufnahmen ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international ein großes Problem. Der immer mehr zunehmende Patientenzulauf verlangt nach Lösungen für die Entwicklung einer effizienteren Notfallversorgung – in Deutschland wird derzeit dazu gerade der Arbeitsentwurf einer Reform der Notfallversorgung zwischen Bund und Ländern diskutiert. Die Vorankündigung von Wartezeiten ist ein Weg, um Kunden eine erste Einschätzung zur Auslastung des entsprechenden Service-Systems (z.B. Call-Centern) zu geben. Wartezeitinformationen haben nun auch im Gesundheitswesen Einzug gehalten. Vor allem in den USA veröffentlichen Krankenhäuser die zu erwartenden Wartezeiten in den Notfallaufnahmen (z.B. auf der Krankenhauswebsite), um Patienten schneller behandeln zu können. Bislang ist jedoch unklar, inwieweit Wartezeitinformationen tatsächlich die Notfallaufnahmen-Auswahl eines Patienten beeinflussen. Eine Studie [1] aus den USA untersucht jetzt erstmalig, welchen Effekt angekündigte Wartezeitinformationen auf die Auslastung der Notfallaufnahmen haben und wie Krankenhausnetzwerke von dieser Form der Patientenzulaufsteuerung profitieren können.

Dr. Ines Niehaus


Dr. Ines Niehaus

Mehr IT = Mehr Qualität für alle?

2021 kommt die elektronische Patientenakte – so hat es der Gesetzgeber im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) verordnet. Die Krankenhäuser müssen sich bis März 2021 an der Telematikinfrastruktur beteiligen, verankert im Regierungsentwurf des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG). Doch ist es mit der Einführung von elektronischen Patientenakten schon getan und wie können Krankenhäuser davon profitieren? Eine Studie [1] aus den USA untersucht erstmalig den Effekt von der aktiven Anwendung elektronischer Patientenakten auf die Prozessqualität und zeigt Lösungswege auf, wie die Nutzung von Informationssystemen in Krankenhäusern gefördert werden kann.

Dr. Ines Niehaus


Dr. Ines Niehaus

Online-Sprechstunden – Nutzen für Patienten, mehr Arbeit für Ärzte

Die Patientenbehandlung über elektronische Kommunikationsmedien in der ambulanten Versorgung gewinnt in Zeiten der Digitalisierung und des verstärkten Ärztemangels zunehmend an Interesse. 2018 hat auch der Deutsche Ärztetag den Weg freigemacht, Patienten aus der Ferne behandeln zu dürfen. Ärzte versprechen sich mit dem Angebot von Online-Behandlungen eine Reduzierung der regulären Telefon- und Praxissprechstunden. Damit könnte der steigende Patientenzuwachs in den Arztpraxen besser behandelt werden und sich damit auch positiv auf die Patientengesundheit auswirken. Bringen die innovativen elektronischen Arztbesuche wirklich den gewünschten Erfolg in der Optimierung der Patientenversorgung? Eine Studie aus den USA [1] untersucht erstmalig die Auswirkungen von Online-Sprechstunden auf die Patientengesundheit und prüft, inwieweit Online-Sprechstunden tatsächlich zu einer Reduzierung der bislang regulären Praxissprechstunden beitragen.

Dr. Ines Niehaus


Ein Blick über den Tellerrand bei eigenen IT-Investitionen lohnt sich!

Mit dem Terminservice-Gesetz (TSVG) hat der Gesetzgeber die Bereitstellung der elektronischen Patientenakte (ePA) seitens der Krankenkassen zum 1. Januar 2021 beschlossen. Gegenwärtig arbeiten die ambulanten Leistungserbringer sowie Kassen und gematik mit Hochdruck an der Umsetzung. Krankenhäuser sollen bis März 2021 verpflichtet werden, sich an der Telematikinfrastruktur zu beteiligen, so steht es im Entwurf des Digitale Versorgung-Gesetzes (DVG). Dafür sollen sie einen Zuschlag erhalten. Abgesehen davon, dass der Patient davon langfristig profitieren soll, ist nicht klar, wie hoch die Ausgaben für die Krankenhäuser sein werden. Die Diskussion über die Effekte der ePA bzw. von elektronischen Patientenakten generell steht in Deutschland noch am Anfang. In einer Studie [1] aus den USA ist der Einfluss von IT-Investitionen auf die regionale Entwicklung von stationären Gesundheitskosten untersucht worden.

Dr. Ines Niehaus

Rollenüberlastung als ausschlaggebender Faktor

Die Arbeitsanforderungen in der Pflege steigen. Dadurch werden körperliche und mentale Krankheiten begünstigt, die im Umkehrschluss eine Voraussetzung für Absentismus (d.h. nicht zur Arbeit gehen, weil man krank ist) und Präsentismus (d.h. zur Arbeit gehen, obwohl man krank ist) bilden. Vor allem in der Pflege lassen sich vermehrt Absentismus und Präsentismus beobachten. Sowohl die Anwesenheit als auch die Abwesenheit bei Krankheit können ein Risiko für das Personal und die Bewohner eines Pflegeheimes darstellen, wie jetzt in einer deutschen Studie veröffentlicht.

Dr. Ines Niehaus

Dr. Ines Niehaus

Konfessionszugehörigkeit wirkt sich auf die Strategieführung von freigemeinnützigen Krankenhäusern aus

Wie viel Personal muss eingestellt werden, um die Patientennachfrage zu decken? In welchem Umfang sollte zukünftig in medizinische Fachbereiche investiert werden? Die Fragestellungen zur Strategieführung im Krankenhaussektor sind vielseitig und stets an die gesundheitspolitischen Entwicklungen anzupassen. Bestehende Wertvorstellungen in Organisationen können ebenfalls die unternehmerische Strategieführung lenken. Vor allem die Religion steht für ein grundlegendes Element jeder Kultur und kann nachweislich Organisationsmerkmale beeinträchtigen [1]. Der Einfluss von religiösen Wertvorstellungen auf die Strategieführung eines Krankenhauses wurde bislang jedoch nicht nähergehend untersucht.

Dr. Ines Niehaus