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Abendempfang des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH)

Bei der Arzneimittelversorgung mitmischen, nicht nur von Innovationen reden, sondern sie machen und damit den größten Nutzen für Patienten und Unternehmen rausholen – diesen Anspruch lebt der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH). Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender der BAH, formulierte es auf dem diesjährigen Abendempfang im Berliner Axica so: „Um die Arzneimittelversorgung von morgen zu gestalten, ist auch die Herstellerperspektive wichtig. Wer – wenn nicht wir als BAH – kann an den relevanten Entscheidungen für die Arzneimittelversorgung wirklich mitarbeiten!“

Das wurde gefeiert am Vorabend der 64. Mitgliederversammlung. Der BAH hatte an den Pariser Platz geladen, und zahlreich erschienen die Gäste aus den verschiedensten Bereichen der Gesundheitsbranche sowie Industrieunternehmen.

Der 360-Grad-Blick ist beim mit mehr als 450 Unternehmen mitgliederstärksten Arzneimittelverband Deutschlands garantiert. Der Erfolg zeigt es: Noch vor zehn Jahren ein reiner OTC-Verband, ist der BAH heute breiter aufgestellt denn je. Alle Segmente des Marktes – OTC, Generika, neue Wirkstoffe – haben die Mitglieds-Unternehmen im Portfolio. Dienstleister und Händler sind beim BAH willkommen; sehr gut präsentiert damit für Neues, Innovatives – für die Zukunft.

Doch dafür muss auch das Ziel klar sein, was die Gesundheitspolitik will und fordert. Der BAH-Vorstandsvorsitzende vermisse den Blick aufs Ganze. Der alleinige Fokus auf kurzfristige Kostendämpfung bringe die Arzneimittelbranche nicht weiter. „Wohin geht die Reise“, man brauche konkrete Antworten, fragte Wieczorek und erntete Beifall und Kopfnicken bei den Gästen. Für den BAH seien die Ziele klar: eine flächendeckende gute Arzneimittelversorgung, Innovationen mit Blick auf den Patienten sowie das Forcieren der Digitalisierung. „Arzneimittelversorgung mit Weitblick gestalten“, brachte es Wieczorek für seinen Verband auf den Punkt.

Um das Thema zu vertiefen, hatte sich der BAH mit Prof. Dr. Gunter Dueck, Querdenker und Philosoph, ehemaliger CTO von IBM Deutschland, Verstärkung geholt. Dueck tat seine Gedanken zum Thema „Gesundheit im Zeitalter der Digitalisierung“ kund. Schelmisch, witzig und mit einem Schuss Selbstironie plauderte er zum Thema. In Unternehmen würden nur 2,5 Prozent der Arbeitnehmer wirklich arbeiten. 25 Prozent nicht. Und der Rest: Er „lümmle sich in Beratungen über Digitalisierung“. Auf Hype-Folien von Unternehmensberatungen würde nie „arbeiten“ draufstehen.

Auch im Gesundheitswesen sei die Digitalisierung bereits angekommen, viele würden sich dem aber noch verschließen und mit dem überflüssigen Satz argumentieren: „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ Warum, so Dueck, müsse man beispielsweise einen Augenarzt für einen Sehtest aufsuchen, wenn man diesen im Internet machen könne. Die Medizin mache sich unglaubwürdig. Seine Aufforderung: „Kündigen Sie keine Innovationen an, bringen sie eine.“

Für die Gespräche gab der Vortag mit seinen großkoalitionären Machtspielen genügend Gesprächsstoff. Doch auch der BPI war Thema an dem einen oder anderen Tisch, denn gerade war der Führungswechsel offiziell geworden. Die derzeitige Geschäftsführung Henning Fahrenkamp und Dr. Norbert Gerbsch macht Platz für Nachfolger. Lobende Worte für die Arbeit der beiden – so viel Fairness muss sein. Nachfolger wird Dr. Kai Joachimsen.

Die musikalische Untermalung – geliefert von der deutsch-polnischen Sängerin Iza Höll und ihrem Partner Valentin Höll – ließ den Abend kurzweilig sein. Getränke und gutes Essen taten ein Übriges.

 

Redaktion / Andreas Lehr

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