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Alle Artikel von Sebastian Hofmann

Politische Analysen: Von der Regierungsbildung im Bundestag bis zur Corona-Zäsur

Die Gesundheitspolitik bis zum März dieses Jahres ist mit der Corona-Epidemie fast in Vergessenheit geraten. Gesetzentwürfe und Verordnungen durchlaufen seitdem im Eiltempo die notwendigen politischen Regularien, auch bestehendes Recht wird ausgehebelt, um der Situation Herr zu werden. Zwar gelten sie nur für einen befristeten Zeitraum. Doch schon heute ist klar – was Bundestag und Bundesministerium für Gesundheit nach zwei Jahren Regierungstätigkeit auf den Tisch legen bzw. entscheiden, wird anders sein als jene beschlossenen Maßnahmen vor Corona. Man kann deshalb von einer Corona-Zäsur der Regulierung sprechen, ausgelöst durch die exogene Schockwirkung der Epidemie auf das gesamte Gesellschafts-, Wirtschafts- und Politiksystem. Ein Vergleich zu den vorher getroffenen gesundheitspolitischen Entscheidungen ist also unumgänglich. Nur so ist es möglich, sie realistisch einzuordnen und zu bewerten. Das notwendige Fundament hierzu schafft die hier vorliegende Maßnahmenanalyse der Regulierung der 19. Legislaturperiode im Bereich Gesundheit und Pflege. Die Auswertung beginnt mit der Regierungsbildung im Bundestag am 14. März 2018 und endet exakt nach zwei Jahren am 13. März 2020 – kurz bevor man die Corona-Zäsur unter dem Gesichtspunkt gesundheitspolitischer Regulierung auf den 23. März 2020 datieren kann aufgrund der an diesem Tag gefassten Kabinettsbeschlüsse zur ersten großen Gesetzgebungswelle mit weitreichenden Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Epidemie, auch im Bereich Gesundheit und Pflege. Die zeitliche Koinzidenz bzw. Abfolge der hier veröffentlichten Zweijahresanalyse mit der Corona-Zäsur ist rein zufällig, wie auch dieses Projekt zu einem Zeitpunkt gestartet wurde, als noch niemand mit dieser tiefgreifenden Krise rechnete.

Prof. Dr. Andreas Lehr, Fina Geschonneck, Dr. Ines Niehaus, Sebastian Hofmann


Management / Trends: Geht der Trend zum Market Access?

Nach ihrem ersten Sammelband zum Thema Market Access aus dem Jahr 2018 unternehmen die Herausgeber Mario Pfannstiel, Roger Jaeckel und Patrick Da-Cruz aktuell einen zweiten Anlauf. Die drei Hochschullehrer aus Neu-Ulm veröffentlichen eine Sammlung fachlicher Artikel unter dem Titel „Market Access im Gesundheitswesen – Hürden und Zugangswege zur Gesundheitsversorgung“. Beim Blick auf den Inhalt wird schnell klar: Das Spektrum an Themen ist deutlich breiter als noch im ersten Band. Die fachliche Begründung liefert einer der Herausgeber selbst. Roger Jaeckel, der im Observer Gesundheit bereits zum Market Access digitaler Produkte einen Beitrag veröffentlicht hat, erläutert seine neue Interpretation des Begriffes und gibt damit – bewusst oder unbewusst – den Anstoß für die Klärung einer Frage: Was ist eigentlich Market Access?

Sebastian Hofmann

Management / Trends: Pharma ohne Reform: War´s das?

Betrachtet man die Gesundheitspolitik dieser Bundesregierung, wirkt der Arzneimittelbereich ungewohnt entspannt. Die lustigen Talkshows mit Karl Lauterbach als „Oppositionsführer“ sind lange vorbei, berufsmäßige Pharmakritiker werden in den Medien eher am Rande zitiert, und selbst die Krankenkassen haben es mit guten Daten schwer, öffentliches Gehör zu finden. Auch der ansonsten so fleißige Gesundheitsminister scheint sich für die Erstattung von Arzneimitteln im Moment nicht zu interessieren. Sein einziges Pharmagesetz (GSAV) konzentrierte sich auf regulatorische Maßnahmen, und die Erhöhung der Sicherheit wurde – wie immer – von allen Seiten begrüßt. Nur einige wenige Änderungen haben indirekte Bedeutung für die Erstattung durch die Krankenkassen, wie z.B. der neue Vertriebsweg für Hämophilie-Produkte oder der Austausch von Biosimilars in der Apotheke.

Sebastian Hofmann

Szene: vfa – #Forschung ist die beste Medizin

„FIBROFEE“, fünf Blogger und ein jugendlicher Generalsekretär – der vfa hatte sich ungewohnte Partner auf die Bühne geholt. Der Anlass war eine eher trockene Angelegenheit: Die Kampagne „Forschung ist die beste Medizin“ geht in die zweite Runde. Die erste Runde der Kampagne war seinerzeit im AMNOG gemündet, mit dem ein FDP-Minister den Innovatoren im Pharmamarkt scharfe Einschnitte beschert hatte. Man durfte also gespannt sein, wie ein Re-Start nach dieser spektakulären Bauchlandung gelingen kann. Frei nach dem Motto „Was kümmert uns die Kritik der Anderen“ setzen die Macher weiter auf das positiv besetzte Thema Forschung und holen sich diesmal die Multiplikatoren für morgen ins Boot. Acht meist junge Blogger mit Bezug zum Thema Krankheit oder Forschung reisten „in Kooperation mit dem vfa“ zu Mitgliedsfirmen des Pharmaverbandes, um dort mit Forschern ins Gespräch zu kommen. Daraus entstanden acht lockere Kurzfilme, die auf der Kampagnen-Website zu sehen sind.


Szene: Sommerfest des GKV-Spitzenverbandes

Das Sommerfest des GKV-Spitzenverbandes ist ohne Zweifel einer der großen gesellschaftlichen Anlässe im Gesundheitswesen. Als Hüter der Versichertengelder verzichtet der Kassenverband dabei auf Firlefanz und Gloria; im großen Sitzungssaal gibt es (wenige) Reden und anschließend gutes Essen – wie immer im Freien. Beim „SpiBu“ traf sich am 25. Juni (fast) alles, was Rang und Namen hat – vor allem aus der Kassenlandschaft – und das aus gutem Grund: Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, verabschiedete sich in den Ruhestand.


Szene: Parlamentarischer Abend des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)

Ziemlich gute Freunde – das waren sie mal, die beiden mächtigsten Männer des Gesundheitswesens: Jens Spahn, der Gesundheitsminister, und Josef Hecken, der G-BA-Vorsitzende. Die beiden sind sich zwar recht ähnlich: konservativ, kompetent, gestaltungsfreudig und gesegnet mit einem kraftvollen Ego – zwei ausgewachsene Alphatiere eben. Bisher kamen sie sich aber nicht ins Gehege, so dass die explosive Dopplung (noch) nicht zu spürbaren Querelen führte. Am parlamentarischen Abend des G-BA am 3. April 2019 wurde diese politische Freundschaft jedoch auf eine ernste Probe gestellt.


Management / Trends: Digitale Zeiten – skalierte Umsätze?

Sind die märchenhaften Erfolge von Amazon, Google & Co auch im Gesundheitswesen möglich? Anders formuliert: Lassen sich Umsätze im Gesundheitswesen durch digitale Technik skalieren? Bei dieser Frage treffen gleich zwei reichlich unbestimmte Begriffe aufeinander. Zu „Skalierung“ finden sich verschiedene betriebswirtschaftliche Bedeutungen: Von „Wachstum“ über „starkes Wachstum“ bis hin zu „Wachstum, das nahezu ohne eine Erhöhung der Fixkosten möglich ist“.

Sebastian Hofmann


Management / Trends: Schlüsselqualifikation Market Access

Mit dem Paradigmenwechsel hin zu einer evidenzbasierten Medizin hat sich der Zugang zum deutschen Gesundheitsmarkt (und den Geldtöpfen der GKV) verändert. Die neuen Hürden haben dazu geführt, dass sich die Bewältigung der entsprechenden Verfahren („Market Access“) zu einer Schlüsselqualifikation in vielen Bereichen entwickelt hat. Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. Erst kürzlich hat der GKV-Spitzenverband die Einführung eines neuen DMP (Herzinsuffizienz) im G-BA abgelehnt; Doris Pfeiffer erklärte hierzu, das vorgesehene Case Management müsse zunächst als Methode bewertet werden. Auch wenn die Ablehnung der Kassenbank von den anderen G-BA-Mitgliedern überstimmt wurde, ist damit endgültig klar: Keine noch so vernünftig erscheinende Maßnahme kann mehr sicher sein vor der Forderung nach einem wissenschaftlichen Beleg des Nutzens. Und das Beispiel Case Management zeigt auch: Mittelfristig dürften neben Industrie und Ärzten auch die anderen Gesundheitsberufe betroffen sein. Wer neue, zusätzliche Leistungen einführen (und abrechnen) will, braucht entsprechende Expertise. Seit Kurzem gibt es hierzu ein neues Buch: „ Innovative Gesundheitsversorgung und Market Access “; es verspricht „Beiträge für Entscheider und Akteure“. [1] Da stellt sich die Frage: Was enthält es und wer kann davon profitieren?

Sebastian Hofmann

Politische Analysen: Die Hebel der Opposition

Oppositionsarbeit gilt traditionell als ehrenhafte, inhaltlich aber oft wirkungslose Aufgabe. Mit gut begründeten Anträgen sind bestenfalls Achtungserfolge zu erzielen. Das geflügelte Wort des SPD-Politikers Franz Müntefering „Opposition ist Mist“ bringt dies auf den Punkt. Die aktuelle Gemengelage in Parlament und Regierung unterscheidet sich aber deutlich von den Verhältnissen der vergangenen Wahlperiode. Sie ist in mehrfacher Hinsicht besonders; das könnte auch einen größeren Einfluss für die Fraktionen von AfD, FDP, Linke und Bündnis 90 / Die Grünen mit sich bringen.

Sebastian Hofmann