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Der 15-Punkte-Plan für eine zukunftsfeste ambulante medizinische Versorgung

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Unser Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Die Menschen werden älter und benötigen häufiger medizinische Versorgung – gleichzeitig fehlen medizinische Fachkräfte. Bereits jetzt ist das Land mit unterschiedlichen Maßnahmen aktiv, um die flächendeckende Versorgung auch zukünftig sicherzustellen: Ausbau der Medizinstudienplätze und allgemeinmedizinischer Lehrstühle, Landarztquote, Niederlassungsförderung im Rahmen des Hausarztaktionsprogramms. Es wird jedoch nicht reichen, immer nur weitere Ressourcen in unser Gesundheitssystem zu geben.

Heute arbeiten mehr Ärztinnen und Ärzte in der Versorgung als je zuvor. Und dennoch nehmen wir Mängel in der Versorgung wahr. Deshalb müssen wir die Strukturen jetzt weiterentwickeln, um auch zukünftig eine gute Versorgung sicherstellen zu können und das Gesundheitssystem effizienter auszugestalten.

Nordrhein-Westfalen ist im stationären Bereich bereits vorangegangen. Mit der erfolgreichen Umsetzung der neuen Krankenhausplanung haben wir die Weichen für eine moderne und leistungsfähige stationäre Versorgung gestellt. Jetzt richten wir den Blick auf die ambulante Versorgung.

Ziel ist bessere Struktur

Mit unserem 15-Punkte-Plan für eine zukunftsfeste ambulante medizinische Versorgung wollen wir das System besser strukturieren. Im Mittelpunkt unserer Reformüberlegungen steht eine verbindliche, strukturierte Ersteinschätzung bei Akuterkrankungen. Durch die Weiterentwicklung der bundesweit einheitlichen und kostenfreien Rufnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigungen soll der Versorgungsprozess besser strukturiert und gesteuert werden.

Innerhalb des Systems sollen Primärversorgungspraxen die Behandlung koordinieren. Gleichzeitig sollen Praxen in ihrem Alltag durch Bürokratieabbau, stärkere Teamstrukturen und mehr digitale Angebote entlastet werden. Außerdem haben wir auch einen Fokus auf begleitende Rahmenbedingungen gelegt, die für die Umsetzung wichtig sind. Dazu zählen beispielsweise eine Weiterentwicklung des Vergütungssystems sowie Maßnahmen zur Stärkung von Gesundheitskompetenz und Prävention.

Mir ist wichtig: Wir müssen die vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen gezielter einsetzen und die Versorgung effizienter organisieren – ohne Abstriche bei der Qualität. Im Mittelpunkt steht immer eine verlässliche und qualitativ hochwertige Versorgung, denn: das Gesundheitssystem ist für die Patientinnen und Patienten da und nicht umgekehrt.

Wichtiger Impuls aus NRW für den Bundesprozess

Unsere Vorschläge sind nicht am Schreibtisch entstanden. Wir haben sie ganz bewusst im engen Austausch mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens erarbeitet. Unser Ziel war es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und auf dieser Grundlage Eckpunkte für eine zukunftsfähige ambulante Versorgung zu beschreiben. Denn klar ist: Die Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen.

Mit diesem Gesamtpaket setzt Nordrhein-Westfalen einen wichtigen Impuls für eine strukturierte, patientenorientierte und zukunftssichere ambulante medizinische Versorgung.

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Ergebnisse des hiesigen Prozesses jetzt zu veröffentlichen, um sie in die öffentliche Debatte einzubringen. Auch das Bundesgesundheitsministerium ist bereits aktiv. Ich hoffe, dass unsere Vorschläge konstruktiv in den weiteren Bundesprozess einfließen werden.

 

Weitere Informationen zu den Eckpunkten zur ambulanten Versorgung finden Sie hier.

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