Direkt zum Inhalt springen

Der parlamentarische Abend des BPI – vermutlich zum letzten Mal

Gewichtige Worte im Auditorium Friedrichstraße: Bundesfinanzminister a. D.  Peer Steinbrück gibt sich beim  parlamentarischen Abend des BPI die Ehre.
© Ch. Lietzmann
Gewichtige Worte im Auditorium Friedrichstraße: Bundesfinanzminister a. D. Peer Steinbrück gibt sich beim parlamentarischen Abend des BPI die Ehre.
Hans-Georg Feldmeier (BPI) bei seiner Begrüßung
© Ch. Lietzmann
Hans-Georg Feldmeier (BPI) bei seiner Begrüßung
Gastgeber mit Ehrengast: Hans-Georg Feldmeier (BPI), Bundesfinanzminister a. D. Peer Steinbrück, Kai Joachimsen (BPI) (v.l.n.r)
© Ch. Lietzmann
Gastgeber mit Ehrengast: Hans-Georg Feldmeier (BPI), Bundesfinanzminister a. D. Peer Steinbrück, Kai Joachimsen (BPI) (v.l.n.r)
Festredner Peer Steinbrück mit finsteren Aussichten zur Zeitenwende
© Ch. Lietzmann
Festredner Peer Steinbrück mit finsteren Aussichten zur Zeitenwende
Erfahrene Männer im Gespräch: Peer Steinbrück (l.) und Hans-Georg Feldmeier (BPI)
Erfahrene Männer im Gespräch: Peer Steinbrück (l.) und Hans-Georg Feldmeier (BPI)
Industrie sucht Dialog: Nicole Stelzner und Thorsten Pisch (beide Gilead)
© Ch. Lietzmann
Industrie sucht Dialog: Nicole Stelzner und Thorsten Pisch (beide Gilead)
Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat deutliche Botschaften für die Gäste.
© Ch. Lietzmann
Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat deutliche Botschaften für die Gäste.
Erwin Rüddel MdB (CDU), Hans-Joachim Jobelius (solutions in health care) und Axel Meiling (Digital Oxygen) (v.l.n.r)
© Ch. Lietzmann
Erwin Rüddel MdB (CDU), Hans-Joachim Jobelius (solutions in health care) und Axel Meiling (Digital Oxygen) (v.l.n.r)
Kai Joachimsen (BPI) (M.) leistet Überzeugungsarbeit.
© Ch. Lietzmann
Kai Joachimsen (BPI) (M.) leistet Überzeugungsarbeit.
SPD-Politiker Peer Steinbrück bleibt noch ein Weilchen nach seiner Festrede.
© Ch. Lietzmann
SPD-Politiker Peer Steinbrück bleibt noch ein Weilchen nach seiner Festrede.

Die haben den Schuss nicht gehört – das war die Quintessenz aus Peer Steinbrücks Kommentar zur amtierenden Bundesregierung. Der BPI hatte den ehemaligen Bundesfinanzminister als Festredner für den parlamentarischen Abend im Berliner Auditorium Friedrichstraße gewonnen, und der SPD-Grande blieb seinem Hang zu deutlichen Worten treu.

Politik und Gesellschaft seien vereint in der Hoffnung, dass irgendwie doch alles so bleibt, wie es ist. Dabei seien die Herausforderungen – national wie international – ohne disruptive Maßnahmen nicht zu meistern. Ein Beispiel aus Steinbrücks weltpolitischer Analyse träfe die Industrie ins Mark: Sollte China Taiwan überfallen, wird die Schutzmacht USA von den Verbündeten unbedingte Solidarität einfordern – gegen China. Bewahrheitet sich Steinbrücks Prognose, würde das bedeuten: Die EU müsste gegen den Aggressor China ähnliche Sanktionen verhängen, wie gegen den Aggressor Russland. Ob die Volksrepublik dann noch Wirkstoffe für Arzneimittel liefern wird, erscheint mehr als fraglich. In Deutschland würde ein Exportstopp wenige Monate später zu katastrophalen Engpässen führen. Soweit ins Detail ging der Festredner zwar nicht. Seine finstere Analyse legte aber eindringlich den Schluss nahe: Arzneimittelpolitik hat mittlerweile auch eine geopolitische Komponente. Den Deutschen bleibt da eine Hoffnung: Karl Lauterbach wird es richten – falls er den Schuss gehört hat.

An den Stehtischen war dann die Zukunft der Verbände das überragende Thema des Abends. Hans-Georg Feldmeier hatte als Gastgeber selbst den Spin gesetzt. Er begrüßte die Gäste mit dem Hinweis, dies sei wahrscheinlich der letzte parlamentarische Abend des BPI. Damit bekräftigte der BPI-Vorsitzende erneut sein Ziel, die Herstellerverbände BPI und BAH zu einer starken Stimme zu vereinigen. Der erste Versuch der Fusion war ergebnislos verlaufen. Als Grund wurden seinerzeit die unterschiedlichen Beitragsordnungen genannt.

Ein Blick auf die öffentliche Satzung des BAH schafft hierzu Klarheit. Der BAH erhebt Beiträge nur auf Umsätze mit patentfreien Arzneimitteln. Umsätze im patentgeschützten Bereich bleiben verschont – was vielen vfa-Mitgliedern eine Doppelmitgliedschaft vfa/BAH schmackhaft macht. Würde dieses Privileg nun auf alle Mitglieder einer fusionierten Einheit ausgedehnt, dürften BPI-seitig erhebliche Einnahmen fehlen. Nun hört man, es gebe eine Lösung zu aller Zufriedenheit. Wie das gelingen kann, bleibt allerdings noch ein Geheimnis; die Verhandlungen der Vorstände laufen vertraulich. Vielleicht hilft hier ein brancheneigener Joker aus dem Dilemma.

Generika-Hersteller schaffen es seit vielen Jahren, mit fast nichts in der Hand lebenswichtige Medikamente zu produzieren; der Preis für die Tagesdosis eines Generikums liegt im Schnitt bei 6 Cent. Das wirkt wie Zauberei. Mit solchem Zauber könnte auch eine Verbände-Fusion auf glatten Eis gelingen. Man darf gespannt sein. Spätestens zum parlamentarischen Abend im kommenden Jahr sollte Klarheit herrschen – dann hoffentlich im gern zitierten Zauber, der jedem Anfang innewohnt.

 

Sebastian Hofmann

Das könnte Sie auch interessieren

Netzwerken beim parlamentarischen Abend von PHAGRO
© Dietmar Gust

Szene: Corporate Identity beim parlamentarischen Abend des PHAGRO

Türkisblaue Stunde im „Zazou“ in Berlin-Mitte: blaue Strahler im Treppenaufgang, Stehtische mit türkisfarbenem Überzug, türkisblaue Cocktails. Alles sehr Corporate Identity beim parlamentarischen Abend des PHAGRO. Dem dritten inzwischen – der Beginn einer (wunderbaren) Tradition, wird der Verbandsvorsitzende Marcus Freitag anmerken.

Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-BV, mahnt die Politik „Halten Sie Kurs“.
© AOK-Bundesverband

Szene: Herbstfest des AOK-Bundesverbandes in unruhigen Zeiten

Der AOK-Bundesverband hatte sich für sein Herbstfest in diesem Jahr mit Dennis Radtke einen Gastredner eingeladen, der Tacheles redet. Radtke ist Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands (CDA). Er machte deutlich, wie sehr ihn die jüngsten politischen Entwicklungen beschäftigen: „Ich bin wirklich angefasst von den letzten Wochen.“

Die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Blumenthal-Beier eröffnen den Gesellschaftsabend.
© HÄV / Marco Urban

Szene: Gesellschaftsabend der Hausärzte: viel Rückenwind für HÄPPI

Der Gesellschaftsabend gehört traditionell zu den Höhepunkten des zweitägigen Hausärztinnen- und Hausärztetages. In diesem Jahr traf man sich in der Berliner „Weltwirtschaft“, unmittelbar am „Haus der Kulturen der Welt“. Die Stimmung konnte nicht besser sein. Denn für eines der zentralen Projekte des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes gab es viel Rückenwind – für HÄPPI.