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Ein besonderes Gesundheitsnetzwerk

Susanne Hertzer, Leiterin der TK-Landesvertretung in Berlin und Brandenburg

Ein Gesundheitsmanagement für mehr als 1.000 Firmen und rund 20.000 Mitarbeiter: Das bietet das Gesundheitsnetzwerk Adlershof am Hochtechnologiestandort im Berliner Südosten. Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement dieser Dimension eröffnet neben Herausforderungen auch ganz besondere Chancen.

Vor zwei Jahren starteten die Techniker Krankenkasse und die WISTA Management GmbH, der landeseigene Standortentwickler, Dienstleister und Wirtschaftsförderer für Adlershof, das Gesundheitsnetzwerk. Es ist ein in dieser Form bundesweit einzigartiges Projekt des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Das Netzwerk ist unternehmensübergreifend, es steht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Führungskräften aus mehr als 1.000 Firmen offen.

Das BGM sticht aus dem Bereich Prävention aus zwei Gründen heraus. Erstens begibt es sich in das Setting, das den längsten Lebensabschnitt umfasst: die Berufswelt. Zweitens bietet sich dort die Chance, auch Menschen zu erreichen, die sich kaum Gedanken über eine gesunde Lebensweise machen und denen die Hemmschwelle zu hoch ist, sich selbst für einen Gesundheitskurs anzumelden.

Zusammenspiel von kleinen und mittleren Unternehmen

Das Gesundheitsnetzwerk Adlershof wiederum sticht aus den BGM-Projekten heraus. Hier kommen kleine, mittlere und große Unternehmen zusammen. Die kleinen Betriebe mit nur wenigen Angestellten profitieren auf besondere Weise. Sie würden sich in der Regel kein eigenes BGM aufbauen und können nun die Vielfalt des Angebots für insgesamt knapp 20.000 Mitarbeiter nutzen. Zu etwas Besonderem wird das Projekt auch durch die Ausprägung von Adlershof. Der Hochtechnologie- und Wissenschaftsstandort ist deutschlandweit einzigartig. Deshalb setzt das Gesundheitsnetzwerk Schwerpunkte, die an diesem Standort von besonderem Interesse sind - etwa der Umgang mit fortschreitender Digitalisierung oder der Wunsch nach Regeneration und Resilienz.

Wie aber lässt sich angesichts der Vielfalt der Arbeitswelt herausfinden, welchen Bedarf es in den Unternehmen am Standort, aber auch in den dort ansässigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und den Instituten der Humboldt-Universität zu Berlin gibt? Welche Antworten muss das BGM für die Führungskräfte und Beschäftigten bereithalten - von den Arbeitszeiten über physische und psychische Belastungen, von Mobilitätsfragen bis hin zu den Herausforderungen, vor die uns die Digitalisierung stellt?

Die Antwort auf diese Fragen heißt "Adlershof-Barometer". Das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte in Adlershof im Auftrag von TK und WISTA befragt. Mehr als 1.000 antworteten online, aus der Umfrage entstand eine Studie. Wichtig war uns zu erfahren, welche Gesundheitsbelastungen an diesem großen und vielfältigen Standort auftreten und wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte die wichtigsten Ansätze sehen, um etwas zu verbessern. Wichtig war uns aber auch festzustellen, welche Stärken die Beschäftigten bei sich und am Standort sehen, in welchen Bereichen sie besonders motiviert sind, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Denn diese Stärken und Interessen wollen wir natürlich fördern. Die Ergebnisse zeigen, wie es um die Gesundheit und die psychosozialen Anforderungen auf dem Campus steht und wo wir mit den Gesundheitsmaßnahmen passgenau ansetzen müssen.

Wichtige Rolle der Führungskräfte

Ein spezifischer Schwerpunkt im "Adlershof-Barometer" ist das Thema Pendeln. Adlershof liegt außerhalb des Berliner Stadtzentrums, gerät beispielsweise die S-Bahn ins Stocken, ist der Standort schwer zu erreichen und der Stresspegel steigt. So gab in der Befragung jeder Zweite an, dass er das Pendeln als Belastung empfindet. Beim ganzheitlichen Ansatz unseres Gesundheitsnetzwerkes spielen die Führungskräfte in den Unternehmen eine besondere Rolle. Wir haben sowohl die Führungsqualität als auch die Feedbackkultur einschätzen lassen, denn beide Faktoren tragen wesentlich zu einem gesunden Betriebsklima bei. Dabei zeigt sich: In beiden Bereichen ist noch Luft nach oben. Eine weitere große Herausforderung ist das Thema "Schlaf". Ein Drittel der Befragten gab an, hier Probleme zu haben. Aufgrund dieser Ergebnisse entwickeln wir nun weitere Ideen, wie wir die Gesundheit der Menschen besser und zielgerichteter fördern können.

Aber auch die Unternehmen selbst können noch einiges tun. Denn das Gesundheitsnetzwerk Adlershof will nicht nur den Zugang zu Gesundheitsangeboten erleichtern. Es will auch das Bewusstsein in den Unternehmen für die Betriebliche Gesundheitsförderung schärfen - als wichtigen Beitrag zum Erhalt und zum Ausbau der Leistungsfähigkeit der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter.

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