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Feiern nach dem Paukenschlag – das Sommerfest des bvitg im Weinbergspark

Willkommen beim bvitg-Sommerfest
© bvitg e.V.
Willkommen beim bvitg-Sommerfest
bvitg-Geschäftsführer Sascha Raddatz (l.) und Vorstandsvorsitzender Matthias Meierhofer bei ihrer Begrüßung
© bvitg e.V.
bvitg-Geschäftsführer Sascha Raddatz (l.) und Vorstandsvorsitzender Matthias Meierhofer bei ihrer Begrüßung
Florian Hartge (gematik)
© bvitg e.V.
Florian Hartge (gematik)
Leonie Meroth (Oracle Cerner), Stephan Neubauer (medatixx), Lena Dimde (gematik), Rania Abbas (Meierhofer) (v.l.n.r.)
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Leonie Meroth (Oracle Cerner), Stephan Neubauer (medatixx), Lena Dimde (gematik), Rania Abbas (Meierhofer) (v.l.n.r.)
BMG-Staatssekretär Tino Sorge (l.) mit Sascha Raddatz (bvitg)
© bvitg e.V.
BMG-Staatssekretär Tino Sorge (l.) mit Sascha Raddatz (bvitg)
Ecky Oesterhoff (CGM Deutschland), Daniel Diekmann (ID), Matthias Meierhofer (bvitg), BMG-Staatssekretär Tino Sorge, Viola Henke (DMI), Sascha Raddatz (bvitg), Heiko Mania (NursIT Institute) (v.l.n.r.)
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Ecky Oesterhoff (CGM Deutschland), Daniel Diekmann (ID), Matthias Meierhofer (bvitg), BMG-Staatssekretär Tino Sorge, Viola Henke (DMI), Sascha Raddatz (bvitg), Heiko Mania (NursIT Institute) (v.l.n.r.)
Maximillian Rückert (Bayerisches Gesundheitsministerium), Juliana Gralak, Martha Niemier, Patrice Cole (alle bvitg) (v.l.n.r.)
© bvitg e.V.
Maximillian Rückert (Bayerisches Gesundheitsministerium), Juliana Gralak, Martha Niemier, Patrice Cole (alle bvitg) (v.l.n.r.)
Chris Berger (Doctolib)
© bvitg e.V.
Chris Berger (Doctolib)
Gute Stimmung beim bvitg-Sommerfest
© bvitg e.V.
Gute Stimmung beim bvitg-Sommerfest
Kurt Höller (Siemens) (l.) mit  Matthias Meierhofer (bvitg)
© bvitg e.V.
Kurt Höller (Siemens) (l.) mit Matthias Meierhofer (bvitg)
Marianna Voigt (Bayer) im Gespräch
© bvitg e.V.
Marianna Voigt (Bayer) im Gespräch
Ein Blick auf die Location des Sommerfestes: das Coccodrillo im Volkspark am Weinberg
© bvitg e.V.
Ein Blick auf die Location des Sommerfestes: das Coccodrillo im Volkspark am Weinberg
Natalie Gladkov (BVMed), Philipp Müller (BMG), Viola Henke (DMI), Daniel Diekmann (ID) (v.l.n.r.)
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Natalie Gladkov (BVMed), Philipp Müller (BMG), Viola Henke (DMI), Daniel Diekmann (ID) (v.l.n.r.)

Früher saß die IT im Keller. Die Kollegen kamen eigentlich nur dann hoch, wenn der Bildschirm schwarz blieb. In der Chefetage kam niemand auf die Idee, mit der IT-Abteilung über die Zukunft zu reden. Man brauchte halt irgendein Programm und jemanden für IT-Ausfälle. Das hat sich dramatisch geändert. Heute bieten die Hersteller von Gesundheits-IT eine Brücke in die digitale Welt – mit neuen Prozessen und Formaten für die Versorgung. Ohne sie geht gar nichts. Das hat sich herumgesprochen.

Da passt es gut, dass der bvitg am 24. Juni 2026 ins Coccodrillo lädt – mitten im hippen Berliner Weinbergspark. Passanten aus weniger hippen Stadtvierteln fragen sich, was die Menschen auf den Wiesen eigentlich den ganzen Tag machen. Das wusste man früher bei der IT auch nicht so genau. Heutzutage muss man sich näher damit beschäftigen, und das macht auch noch Spaß! So lautet zumindest die Botschaft von BMG-Staatssekretär Tino Sorge in seiner Ansprache beim Sommerfest des bvitg. Er sei gerne gekommen, um mit den Anbietern der Gesundheits-IT über das Digitalgesetz GeDIG zu sprechen. Das sei vergleichsweise erfreulich. Zum aktuellen Spargesetz müsse er sich dagegen Ansagen anhören, wie er es in seiner politischen Laufbahn noch nie erlebt habe. Das glaubt man Sorge sofort, denn der Sachsen-Anhaltiner hat gesundheitspolitisch noch nie so richtig gespart. Zu Zeiten von Jens Spahn, als Sorge schon einmal in Regierungsverantwortung war, wurde das Geld noch mit vollen Händen ausgegeben. Auch Karl Lauterbach von der Ampel hat dann nur ein bisschen bei den üblichen Verdächtigen (Pharma und Zahnärzte) gespart, und jetzt fällt der Regierung eben alles Aufgeschobene auf die Füße. Keine schöne Situation. Da ist ein Grußwort beim bvitg doch wahrlich ein Termin zum Wohlfühlen. Wenigstens diese Branche muss nicht sparen.

Vielfalt oder Durchgriff der gematik

So ganz konfliktfrei ist das Verhältnis zur Politik dann aber doch nicht. Der Chef der Meierhofer AG gibt dem Staatssekretär eine kritische Botschaft mit auf den Weg. Matthias Meierhofer, Vorsitzender des bvitg, sorgt sich um die wettbewerbliche Vielfalt der Branche. Anlass ist eine richtungsweisende Grundsatzentscheidung der gematik, die nur wenige Tage zurückliegt. Die Gesellschafter der gematik (allen voran das BMG mit 51 % der Anteile) beschlossen am 19. Juni 2026, dass „zentrale Bausteine der Telematikinfrastruktur künftig gebündelt und einheitlich bereitgestellt werden sollen, anstatt sie wie momentan parallel zu entwickeln und zu betreiben.“ (Quelle: gematik.de). Das klingt auf den ersten Blick maximal langweilig, ist aber ein ordnungspolitischer Paukenschlag – faktisch der Generalangriff auf die wettbewerbliche Vielfalt durch eine Regulierungsbehörde. Am Abend vor dem Sommerfest erklärte gematik-Chefin Brenya Adjei: um eine stabile TI sicherzustellen, brauche die gematik „Durchgriffsrechte“ (so geschehen beim parlamentarischen Abend der E-Rezept-Enthusiasten am 23.6.2026 in Berlin). Ob solche Durchgriffsrechte politisch sinnvoll und notwendig sind, lässt sich bei 33 Grad auf der Terrasse des Coccodrillo zunächst nicht abschließend beurteilen. Eines wird aber sofort klar: einem erfolgreichen Unternehmer kann das nicht gefallen. Meierhofer geißelt den Beschluss der gematik dann auch als „maximalen Zentralismus“. Die komplizierte Beziehung zwischen Industrie und gematik wurde bereits deutlich in einer ausführlichen Pressemitteilung des Verbandes vom 23. Juni 2026. Eine Wiederholung verkneift sich der Gastgeber. Unternehmer sind nett zu ihren Gästen. Meierhofer schließt versöhnlich, man wolle „weiter mitgestalten“.

Emotion in lindgrün

Das Mitgestalten scheint beim bvitg zur Verbands-DNA zu gehören. Fragt man feiernde Mitglieder des Verbandes, äußern die sich zufrieden. Lob kommt z.B. aus dem Umfeld der Bundesdruckerei, deren Tochterfirma D-Trust die Heilberufsausweise fabriziert. Durch die jahrelange Mitarbeit in den bvitg-Gremien habe man die Digitalisierung aktiv mitgestaltet, meint eine freundliche Dame. So soll es sein. Allerdings verkündete BMG-Abteilungsleiter Philipp Müller kürzlich (ebenfalls am Vorabend bei den E-Mail-Enthusiasten), die Zukunft der ePA liege in der Cloud. Alle wollten weg von TI-Konnektoren hin zu einer Cloud-basierten ePA. Ob man dann die Heilberufsausweise von der Bundesdruckerei noch braucht? Eine solide Plastikkarte ist doch irgendwie was Schönes. Und was die Schönheit betrifft, ist der bvitg jetzt vorne mit dabei. Hauptgeschäftsführer Sascha Raddatz präsentiert den Gästen ein neues Verbands-Logo. Statt den aggressiv-orangen Einsprengseln der Vergangenheit ziert das neue Logo jetzt ein großer lindgrüner Klecks. Was haben sich die Designer der Agentur Salzkommunikation dabei wohl gedacht? Welche Emotion transportiert ein grüner Klecks beim Leser eines Positionspapiers zur Architektur der Telematikinfrastruktur? Man weiß es nicht, vielleicht ist das auch gut so.

Ausgerechnet Australien

Und Sascha Raddatz macht eine zweite Ansage: Die vom bvitg organisierte Messe DMEA findet 2027 erstmals nicht mehr in Berlin, sondern in München statt. Man sei stark gewachsen und die Industrie wolle sich verstärkt dem Ausland zuwenden. Da stutzt man zunächst. Gilt denn Bayern jetzt offiziell als Ausland? Eine Insiderin klärt auf: München sei für internationale Messen attraktiver, weil die Stadt per Fernflug besser erreichbar ist. Der Ortswechsel habe sich bewährt, denn: Australien kommt! Das Land Down Under habe einen eigenen Stand auf der deutschen E-Health-Schau gebucht. Man denkt sich: ausgerechnet Australien! Die lebenserfahrenen Leser erinnern sich: Im Jahre 2000 beschloss der Bundestag auf Vorschlag der grünen Gesundheitsministerin Andrea Fischer die Einführung eines DRG-Systems – nach australischem Vorbild. Wenn man sich vor Augen hält, welche Umwälzungen dieser Beschluss bis heute (Stichwort Pflegebudget) mit sich gebracht hat, darf man gespannt sein, welche grandiosen Vorbilder die Australier diesmal im Gepäck haben. Auf zur DMEA nach München, die Australier drohen mit best practice! Vielleicht gibt’s dort ja auch eine gematik? Unsere Regulierungsbehörden könnten ein bisschen internationalen Systemwettbewerb vertragen. Quasi als Revanche für das G-DRG-System.

Nach diesem Sommerfest ist klar: Es wird auch in Zukunft einiges zu berichten geben. Der bvitg wird nach dem Paukenschlag der gematik nicht untätig bleiben. Vorstand und Geschäftsführung sind neu aufgestellt. Die Mitglieder wissen, ohne sie geht gar nichts, und wollen Politik gestalten. Da kann man nur sagen: dann mal los, und viel Erfolg! Der nächste Paukenschlag kommt bestimmt.

 

Sebastian Hofmann

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