Direkt zum Inhalt springen

Frühlingsfest des vdek

Wer einen Selbstverwalter der GKV zu seiner Arbeit befragen will oder drängende Probleme im Kassenlager besprechen muss, der war beim vdek-Frühlingsfest am 21. März richtig. Die Vorstände der Ersatzkassen mit ihren Verwaltungsräten gaben sich ein Stelldichein, und auch die Ehemaligen amüsierten sich bei Bier, Wein und gutem Essen köstlich. Geplaudert wurde über alte und neue Zeiten, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bot reichlich Stoff mit seinen Vorhaben.

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek, sagte in ihrer Eröffnungsrede zur neuen Bundesregierung: „Allem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Ein wenig abgewandelt, das Hesse-Zitat, gelacht wurde im Publikum trotzdem. Elsner sei froh, dass im Koalitionsvertrag dringende Probleme angegangen werden. Stichwort Terminservicestellen. Die langen Wartezeiten auf einen Facharzttermin seien nicht hinnehmbar und unverständlich. Sie spreche hier auch für die 28 Millionen Versicherten der Ersatzkassen. Gut sei, dass die Regierung Abhilfe schaffen wolle. Erfreut sei sie, dass im Bundesgesundheitsministerium jetzt ein Abteilungsleiter für Digitalisierung installiert sei. Da könne es also aufwärts gehen in diesem Bereich.

Die Wiederherstellung der paritätischen Finanzierung der GKV sei gut und richtig. Damit tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen Verantwortung für die Ausgaben. Das Thema morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) liegt den Ersatzkassen schwer im Magen. Wettbewerbsverzerrungen seien beim Finanzausgleich nicht mehr hinnehmbar, eine Reform müssen endlich auf den Weg gebracht werden. Kritisch bewertete Elsner auch die nicht adäquaten Beiträge für Hartz-IV-Empfänger.

Die Selbstverwaltung durfte in der Rede nicht fehlen. Mehr Kompetenzen für die Verwaltungsräte der Kassen seien erforderlich, sie seien nah am Versicherten dran und wüssten am besten, was gebraucht werde. Warum können die Verwaltungsräte also nicht den Beitragssatz festlegen, fragte Elsner.

Der vdek-Verwaltungsratsvorsitzender Uwe Klemens machte es kurz und prägnant:
„Wenn sich jemand von Selbstverwaltern umzingelt fühlt, dann ist es so – und so soll es auch bleiben.“

Wen wundert es, dass viel über die Gesundheitspolitik geredet. Ein guter Schachzug sei die Berufung des neuen Pflegebevollmächtigten Andreas Westerfellhaus – übrigens kein Vorschlag von Spahn, wie es in Gesprächen zu hören war und auch schon (fast) jeder wusste. Gespannt sei man auf die Startups, die Bundesgesundheitsminister Spahn regelmäßig im Ministerium präsentieren will. So hatte er es bei seinem ersten Auftritt im BMG angekündigt. Die anwesenden Politiker – unter anderem Erwin Rüddel (CDU), Dr. Roy Kühne (CDU) und Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90 / Die Grünen) oder Sabine Zimmermann (Linke) – stellten sich interessiert den Fragen der Gäste. Auf ein weiteres Miteinander!

Das könnte Sie auch interessieren

Die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Blumenthal-Beier eröffnen den Gesellschaftsabend.
© HÄV / Marco Urban

Szene: Gesellschaftsabend der Hausärzte: viel Rückenwind für HÄPPI

Der Gesellschaftsabend gehört traditionell zu den Höhepunkten des zweitägigen Hausärztinnen- und Hausärztetages. In diesem Jahr traf man sich in der Berliner „Weltwirtschaft“, unmittelbar am „Haus der Kulturen der Welt“. Die Stimmung konnte nicht besser sein. Denn für eines der zentralen Projekte des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes gab es viel Rückenwind – für HÄPPI.

Das PKV-Herbstfest im neuen Glanz
© Reinhardt & Sommer

Szene: PKV-Herbstfest: neue Kulisse, starke Stimmen, klare Ansagen

„News“, „Info“, „Talk“, „Date“, „Takt“, „Zeit“ – schon beim Betreten des Museums für Kommunikation in Berlin war klar: Für sein Herbstfest hatte der PKV-Verband in diesem Jahr einen Ort gewählt, der kaum besser passen könnte. Nach vielen Jahren im Hamburger Bahnhof ging es diesmal in ein Haus, in dem sich alles um Nachrichten, Austausch und Verständigung dreht. Die passende Überschrift für den Abend stand damit fest.

Reden, Netzwerken, Diskutieren beim parlamentarischen Abend von Hartmannbund, BDC und PVS-Verband
© CHL PhotoDesign/Hartmannbund

Szene: Politische Hochspannung bei Hartmannbund, BDC und PVS-Verband

Drei Verbände, drei unterschiedliche Botschaften – und doch ein gemeinsames Anliegen: Gegenüber der Politik lässt sich mehr erreichen, wenn man geschlossen auftritt. Wie gut das funktionieren kann, zeigte der gemeinsame parlamentarische Abend von Hartmannbund, Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) und PVS-Verband.