Direkt zum Inhalt springen

Gesellschaftsabend des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes im Tipi am Kanzleramt

Einen grandiosen Blick von der Bühne auf die Gäste des Gesellschaftsabends haben die beiden Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Beier und Nicola Buhlinger-Göpfarth.
Einen grandiosen Blick von der Bühne auf die Gäste des Gesellschaftsabends haben die beiden Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Beier und Nicola Buhlinger-Göpfarth.
Vielleicht pocht der Bundesgesundheitsminister auf Verständnis: Stephan Hofmeister (KBV), Markus Beier (Hausärztinnen- und Hausärzteverband), der Minister, Martin Scherer (DEGAM), Nicola Buhlinger-Göpfarth (Hausärztinnen- und Hausärzteverband) (v.l.n.r.)
Vielleicht pocht der Bundesgesundheitsminister auf Verständnis: Stephan Hofmeister (KBV), Markus Beier (Hausärztinnen- und Hausärzteverband), der Minister, Martin Scherer (DEGAM), Nicola Buhlinger-Göpfarth (Hausärztinnen- und Hausärzteverband) (v.l.n.r.)
Ein eingespieltes Team sind Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier, Bundesvorsitzende des  Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes.
Ein eingespieltes Team sind Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes.
Applaus für die Reden ihrer Bundesvorsitzenden
Applaus für die Reden ihrer Bundesvorsitzenden
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verspricht die baldige Entbudgetierung der Hausärzte.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verspricht die baldige Entbudgetierung der Hausärzte.
Vorhang auf für den Gesellschaftsabend des Hausärztinnen- und Hausärzteverband im Tipi am Kanzleramt
Vorhang auf für den Gesellschaftsabend des Hausärztinnen- und Hausärzteverband im Tipi am Kanzleramt
Norbert Semtak (Medi) (l.) und Torben Osterdorf (Sächsischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband)
Norbert Semtak (Medi) (l.) und Torben Osterdorf (Sächsischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband)
Ärztefunktionäre unter sich mit Nicola Buhlinger-Göpfarth (Hausärztinnen- und Hausärzteverband), Klaus Reinhardt (BÄK), Petra Reis-Berkowitz (KBV) (v.l.n.r.)
Ärztefunktionäre unter sich mit Nicola Buhlinger-Göpfarth (Hausärztinnen- und Hausärzteverband), Klaus Reinhardt (BÄK), Petra Reis-Berkowitz (KBV) (v.l.n.r.)
Giulia Ritter, Pascal Lemmer (beide bvmd) mit dem Bundesgesundheitsminister (v.l.n.r.)
Giulia Ritter, Pascal Lemmer (beide bvmd) mit dem Bundesgesundheitsminister (v.l.n.r.)
Lächeln für die Kamera: Markus Beier und Nicola Buhlinger-Göpfarth (beide Hausärztinnen- und Hausärzteverband) mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (v.l.n.r.)
Lächeln für die Kamera: Markus Beier und Nicola Buhlinger-Göpfarth (beide Hausärztinnen- und Hausärzteverband) mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (v.l.n.r.)
Hört der Bundesgesundheitsminister wenigstens auf Christopher Hermann?
Hört der Bundesgesundheitsminister wenigstens auf Christopher Hermann?
Ariadne Sartorius mit Mathias Heinicke (beide bvvp)
Ariadne Sartorius mit Mathias Heinicke (beide bvvp)

Deutliche Worte der Bundesvorsitzenden, Eins-a-Rhetorik des Bundesgesundheitsministers, große Tanzfreude der Gäste: Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband kann Klartext plus Feier im Tipi am Kanzleramt.

Dance your troubles away – das war der Name eines Albums (und eines Songs darauf), das die Band Archie Bell & the Drells 1975 veröffentlichte. Und es ist ein gutes Rezept gegen Sorgen aller Art. Die werden nicht allein durch Gesetzgebung verursacht. Launig müsse er als Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes (HÄV) reden beim Gesellschaftsabend, gibt Dr. Markus Beier einen Rat an ihn zum Besten, aber: „Die Situation ist nicht launig.“ Mit Bezug auf Landtagswahlen, Rechtsruck, antidemokratische Äußerungen stellt er klar: „Die Menschen, um die wir uns kümmern, sind bunt und divers. Unsere Arbeit, unsere Teams funktionieren nur, wenn Vielfalt möglich ist.“

Auch die Bundesvorsitzende Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth positioniert sich eindeutig. Eine vorurteilsfreie Behandlung sei Teil des professionellen Selbstverständnisses. Das werde man im HÄV hochhalten: „Unsere Praxen bleiben bunt.“ Dass die hausärztliche Versorgung vielerorts schwieriger wird, hält sie für allgemeinpolitisch relevant: Ein niedrigschwelliger Zugang zur Gesundheitsversorgung sei „ein demokratiestabilisierender Faktor“. Deshalb: „Die hausärztliche Versorgung muss dringend gestärkt werden.“

Womit sie zum Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) kommt, das „immer weiter nach hinten verschoben wird“. Beier ergänzt: „Das Gesetz muss dieses Jahr noch kommen.“ Detaillierter und schroffer haben sich beide am Morgen bei einer Pressekonferenz positioniert, mit Kritik an der Lauterbachschen Ankündigungsprosa. Ohne GVSG wird es nichts mit der Entbudgetierung des hausärztlichen Honorars. Zwar ist inzwischen jeder siebte gesetzlich Krankenversicherte in die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) eingeschrieben, wie Buhlinger-Göpfarth berichtet, und löst eine entsprechende nicht budgetierte Honorierung aus, die der HÄV verhandelt hat. Aber sechs von sieben Versicherten sind es eben nicht.

Am Abend sind nun alle im Tipi am Kanzleramt gespannt, wie sich Karl Lauterbach aus der GVSG-Affäre ziehen wird. Es bleibt festzuhalten: Rhetorisch eins a, zumindest anfangs. Er kommt erst gegen 21 Uhr. Da haben alle schon leckere Speisen genosssen sowie das ein oder andere getrunken. Er habe ein „Luxusproblem“, so der Bundesgesundheitsminister am Rednerpult mit Anspielung aufs GVSG: „Auf meine Gesetze wird wenigstens noch sehnsüchtig gewartet.“ Damit gehe es ihm besser als manchem Ressortkollegen: „Nicht jedes Gesetz wird in diesen Tagen als eine Verheißung gesehen.“ Gelächter, Beifall.

Letzteres erst recht, als Lauterbach behauptet: „Dieses Gesetz wird nicht auf die lange Bank geschoben.“ Die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung „steht nicht zur Disposition und wird kommen“. Es folgt bekannte Ankündigungsprosa, aber der Minister kommt dennoch gut an. Sowieso, als er die Anfangsstatements der HÄV-Bundesvorsitzenden und ihr Eintreten für Vielfalt und Diversität lobt. Darin habe man in ihm „einen kompromisslosen Freund“.

Vermutlich sind auch Nichtmitglieder des HÄV, die aufs GVSG warten, beim schokoladig-fruchtigen Nachtisch schon wieder ernüchtert. Aber eingeladen wurde ja unter dem Motto: „Let’s HÄV some fun!“ Also erst mal zur Tanzfläche, alles Weitere findet sich.

 

Sabine Rieser

 

Das könnte Sie auch interessieren

Vorstandsvorsitzender Jörg Wieczorek und Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann begrüßen die Gäste des Sommerfestes von Pharma Deutschland.

Szene: Pharma Deutschland zeigt Flagge / Sommerfest 2027 in Berlin

Es gibt einen großen Verband, der in diesem Jahr auf sein Sommerfest verzichtet. Er will damit ein Zeichen setzen – angesichts der wirtschaftlichen Situation, die unter anderem durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verschärft wurde. Und dann gibt es Pharma Deutschland. Der Verband zeigt Flagge und sagt: Gerade jetzt erst recht. Mit ihrem traditionsreichen Sommerfest in Bonn.

Eine Unterschrift für den BPI-Jubiläumsbär: Kai Joachimsen (BPI), Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, Oliver Kirst (BPI) (v.l.n.r.)

Szene: 75 Jahre BPI und Dorothee Bär rockt das Motorwerk

Jubelt da jemand? Tatsächlich. Im Motorwerk in Weißensee brandet Jubel auf. Was ist der Anlass? Der BPI feiert am 10. Juni 2026 sein 75jähriges Jubiläum, und Dorothee Bär hält die Festrede. Die Bundesforschungsministerin steht in der ehemaligen Elektromotorenfabrik auf einer runden Bühne ohne Pult („wie bei einer Stand-up Comedy“) und wirkt kein bisschen verloren. Es zeigt sich: Wer sich auf bayerischen Bühnen durchsetzt, hat in Berlin leichtes Spiel. Und Dorothee Bär hat sich durchgesetzt.

Begeisterung pur bei den Gästen in der „Bar jeder Vernunft“

Szene: Gesundheit trifft Zirkus: die GKV und ein Kind der 90er

Wenn bei Events Show-Programm und Unternehmensthema zusammenpassen, ist das mehr als gutes Timing. Beim IKK e.V. wurde das in diesem Jahr bei „Gesundheit trifft Zirkus“ in der „Bar jeder Vernunft“ deutlich: Mit Florian Wagner stand ein Künstler auf der Bühne, dessen Programm überraschend gut zum Thema passte. Sind doch das Fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) und somit die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) heutiger Prägung genauso ein Kind der 1990er-Jahre wie er selbst.