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Sommerfest des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg)

Zumindest bei den Sommerfesten lebt die Digitalisierung im Gesundheitswesen: Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) hatte auf das Restaurantschiff PATIO geladen – und weit mehr Entscheider aus Kassenverbänden, Ärzteschaft und der Unfallversicherung sowie der Politik als in den Vorjahren kamen zum Helgoländer Ufer in Berlin-Tiergarten.

Der versorgungsnahe IT-Dienstleister spielt mit in der Gesundheitspolitik, und das machte Vorstandsvorsitzender Jens Naumann in seiner Rede auch deutlich. Mit fast 80 Mitgliedern ist die Aufbruchstimmung dem Mitmischen gewichen. Nicht ohne Stolz wies Naumann darauf hin, dass der Bundesgesundheitsminister seine erste Rede nach dem Amtsantritt auf der conhIT gehalten hat.

Der Vorstandsvorsitzende ist sich sicher, dass die Patienten mit ihren Smartphones über die Digitalisierung entscheiden – „sie treiben das System.“ Recht so! Für die ältere Generation werde IT künftig eine immens wichtige Rolle einnehmen: elektronische Arztvisiten, Notrufsystem sind zum Teil in der ersten Generation schon vorhanden. Zudem arbeiten wissenschaftliche Einrichtungen und auch die IT-Branche intensiv daran, wie Produkte und Dienstleistungen eine passgenaue und auf die Lebensstile ausgerichtete Versorgung unterstützen können. „Denn: Nichts stärkt so sehr die Souveränität eines Patienten, indem er so lange wie möglich in seiner gewohnten Umgebung leben darf und kann“, ist sich Naumann sicher.

Der Krankenhausbereich gehört ebenso dazu, wie es Stefan Smers, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiter, und Kooperationspartner der conhIT, auf den Punkt brachte. Baustellen gebe es ausreichend, wo die IT gefordert ist: Entlassmanagement, Überwindung der Sektorengrenzen, Anbindung an die Telematikplattform. Smers lobte die Medizininformatik-Initiative. Forschung und Versorgung rücken näher zusammen. Konkret: Derzeit arbeiten nahezu alle Universitätskliniken Deutschlands gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Krankenkassen und Patientenvertretern zusammen, loten aus, wie Forschungsergebnisse schnell für die Patienten nutzbar gemacht werden können. Die Initiative wird auch politisch anerkannt: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung plant, in den kommenden Jahren insgesamt 150 Millionen Euro in das Förderprogramm zu investieren.

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium Thomas Gebhart beschrieb mit einer persönlichen Geschichte, dass der Weg zu einem vernetzten Gesundheitswesen ein steiniger ist. Während seines Zivildienstes im Jahre 1991 habe er in einem Krankenhaus Akten im Keller suchen müssen. Heute, 27 Jahre später, habe er das Krankenhaus erneut aufgesucht – alle notwendigen Akten befanden sich immer noch im Keller. Von Digitalisierung keine Spur. Möge sich seine Hoffnung bald erfüllen: die flächendecke Vernetzung der Krankenhäuser. Bei der elektronischen Patientenakte setzt Gebhart auf innovative Unternehmen – ein Aufhorchen mit wohlwollendem Kopfnicken bei vielen Gästen. Die rund 100.000 Gesundheits-Apps würden derzeit vom Fraunhofer-Institut bewertet, so der CDU-Politiker. Man sei gespannt auf die Ergebnisse.

Und kaum war das letzte Wort des Staatssekretärs gesprochen, überraschte bvitg-Vorstandsvorsitzender Naumann mit einer Namensänderung: aus conhIT wird DMEA – Digital Medical Expertise & Application., der Plattform der digitalen Medizin und Gesundheitsversorgung. Hinter dem Namen verberge sich DIE Informations- und Kommunikationsveranstaltung für alle Entscheider, die an der Gestaltung digitaler Prozesse im Gesundheitswesen beteiligt seien. Bei diesem Abschluss des öffentlichen Teils gab es ausreichend Gesprächsstoff. Und an manchem Tisch wurde auch angestoßen: „Auf die Digitalisierung!“

 

Redaktion / Fina Geschonneck

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