Direkt zum Inhalt springen

Kommentare

Dr. Matthias Gruhl

Kein Wumms für die Notfallversorgung

Eine Symptombeschreibung, die zwar meist richtig, jedoch keinesfalls neu ist. Sie ist ergänzt durch eine Ideensammlung aus teilweise wieder Aufgewärmtem und Wolkenkuckucksheimen. Doch die Vorstellung fehlt, wie man die Reform umsetzen kann. So lassen sich die Vorschläge der Regierungskommission zur lang erwarteten Reform der Notfallversorgung (NFV) auf den Punkt bringen. Die Reaktionen sind nicht euphorisch.

Dr. Matthias Gruhl


Kristine Lütke MdB

Der Genehmigungsvorbehalt muss abgeschafft werden

Ob Epilepsie, Multiple Sklerose oder Morbus Crohn: Bei all diesen Krankheiten – das wissen wohl die Wenigsten – kann auch Medizinalcannabis zur Linderung für schmerzgeplagte Patientinnen und Patienten beitragen. Doch Medizinalcannabis führt nach wie vor ein Schattendasein. Die Hürden für den Zugang zur Therapie mit medizinischem Cannabis sind nach wie vor hoch.

Kristine Lütke

Prof. Dr. Andreas Schmid

Das ungeliebte Kind: intersektorale Gesundheitszentren

2018 hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit dem Konzept der intersektoralen Gesundheitszentren (IGZ) einen Pflock eingeschlagen – der im SGB V nicht existierende Raum zwischen „rein ambulant“ und „rein stationär“ ließe sich gut in die vertragsärztliche Versorgung integrieren. Gerade für kleine Krankenhausstandorte mit Versorgungsrelevanz, aber ohne Perspektive, als klassisches Krankenhaus bestehen zu können, sollte hier eine Tür geöffnet werden.

Prof. Dr. Andreas Schmid

Hartmut Reiners

Selbstbehalte als Mantra

Seit Jahrzehnten wird stets, wenn die Krankenkassen ins Defizit abrutschen und Beitragsanhebungen drohen, von einigen Ökonomen und Publizisten die Unbezahlbarkeit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beschworen. Vor vierzig Jahren schwadronierte der Ökonom Walter Krämer von einer „Fortschrittsfalle der modernen Medizin“ und rechnete aus, dass im Jahre 2019 fast das gesamte Wertschöpfungspotenzial unserer Volkswirtschaft von den Gesundheitsausgaben aufgefressen werde, wenn deren Wachstum nicht durch drastische Kürzungen der GKV-Leistungen gestoppt werde.

Hartmut Reiners


Dr. h.c. Helmut Hildebrandt

Nachhaltigkeit? Aber nur mit neuen ergebnisbezogenen Geschäftsmodellen

Im Umwelt- und Klimaschutz, wie aber auch in jeder industriellen Produktion, haben wir gelernt: Wenn wir sehenden Auges den Schaden eintreten lassen, dann ist die Aufarbeitung und Linderung des Schadens zigfach kostenaufwändiger als die kluge Vermeidung. Dennoch scheint uns die Sicht auf die Nöte der Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die Finanzsorgen der Krankenhäuser und Pflegenden sowie auf das Leid der Patienten mit schon eingetretenen Erkrankungen den Blick zu vernebeln. Wir vergessen das Prinzip, zunächst der Quelle des Übels nachzuspüren, und bleiben allzu leicht an den Symptomen kleben.

Dr. h. c. Helmut Hildebrandt


Simone Borchardt MdB

Patientenversorgung mit Cannabisarzneien verbessern

Innerhalb des letzten Jahres kam es zu einem regelrechten Hype rund um die Cannabislegalisierung. Mit diesem Vorhaben will die Ampel ein Wahlversprechen und Vorhaben des Koalitionsvertrages einlösen, mit dem besonders junge Wählerinnen und Wähler adressiert werden. Doch es mehren sich Stimmen aus verschiedenen Fachdisziplinen, die einer Legalisierung aus guten Gründen skeptisch gegenüberstehen. Auch vor dem Hintergrund geltenden EU-Rechts ist die Umsetzung des Vorhabens sehr fraglich, denn Anbau und Vertrieb von Cannabis für den Freizeitgebrauch sind innerhalb der EU verboten.

Simone Borchardt MdB


Erich Irlstorfer MdB

Die Pflege neigt dazu, selbst ein Pflegefall zu werden

Nach mehr als 430 Tagen, die Bundesminister Prof. Karl Lauterbach nun im Amt ist, hat sich in der Pflege nahezu nichts getan. Neben einer sich abschwächenden Pandemie sowie der Aufhebung letzter Schutzmaßnahmen und der Diskussion bezüglich der Legalisierung von Cannabis bleiben andere drängende gesundheitspolitische Bereiche gnadenlos auf der Strecke. Ankündigungen werden zu Schall und Rauch, während sich die Situation auf den pflegerischen Stationen und in den Einrichtungen weiter verschlechtert. Das ist nicht zufriedenstellend – weder für die Beschäftigten in der Pflege oder die Pflegebedürftigen sowie ihre Angehörigen, noch für die Gesundheitspolitik.

Erich Irlstorfer


Dr. Daniel Werner

Niedrigschwellige Diagnostik stärkt Prävention und Telemedizin

In der Bevölkerung steigt in den letzten Jahren sowohl das Gesundheitsbewusstsein als auch die Prävalenz chronischer Erkrankungen, sodass diagnostische Tests an Bedeutung gewinnen. Spätestens seit der Corona-Pandemie gehört Diagnostik für jeden zum Alltag dazu, und die Bereitschaft, die eigene Gesundheit zu überwachen, wird zur Selbstverständlichkeit. Die Hürde, umfassende diagnostische Tests zur Prävention durchzuführen, ist aufgrund fehlender niederschwelliger Angebote oftmals noch zu hoch. Für eine bedarfsgerechte Versorgung ist es deshalb notwendig, eine innovative und niederschwellige Teststruktur zu etablieren und diese langfristig entsprechend zu vergüten!

Dr. Daniel Werner


Dr. Susanne Wagenmann

Nachhaltigkeit? Auch für die Sozialversicherung unabdingbar!

Auch in der Sozialversicherung brauchen wir ein Bewusstsein für langfristiges Denken und nachhaltige Entscheidungen. Schon heute belasten die Sozialversicherungsbeiträge den Faktor Arbeit stark. In kaum einem anderen Land bleibt den Beschäftigten so wenig von ihrem erwirtschafteten Einkommen wie in Deutschland. Aufgrund der demografischen Entwicklung droht der Gesamtsozialversicherungsbeitrag bis 2040 auf bis zu 50 Prozent zu steigen.

Dr. Susanne Wagenmann


Johannes Bauernfeind

Lieferengpässe bei Arzneimitteln: Versorgungssicherheit hat Vorrang

Lieferengpässe haben sich in den letzten Jahren zu einem großen Ärgernis in der Versorgung mit Arzneimitteln entwickelt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) listet Mitte Januar 391 Arzneimittel, die vorübergehend nicht lieferbar sind. Diese Zahl erscheint zunächst etwas hoch: Sie enthält (auch) mehrere Arzneimittel mit unterschiedlichen Mengen und Darreichungsformen desselben Wirkstoffs.

Johannes Bauernfeind

Martina Stamm-Fibich MdB

Kampf gegen Arzneimittellieferengpässe steht und fällt auch mit der Qualität der Daten

Arzneimittellieferengpässe sind kein neues Phänomen. In den letzten Wochen und Monaten ist die Problematik jedoch verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Das Fehlen von Onkologika, Immunglobulinen, Fiebersäften und anderen Arzneimitteln hat vielen Bürgerinnen und Bürgern vor Augen geführt, dass es sich bei Arzneimittellieferengpässen um ein Problem handelt, das jeden von uns treffen kann – entsprechend steigt nun auch der Druck auf die Politik zügig eine Lösung für das Problem zu finden.

Martina Stamm-Fibich

Dr. Carola Reimann

Entscheidendes Jahr für nachhaltige Finanzlösungen in GKV und sozialer Pflegeversicherung

Das neue Jahr wird in dieser Legislaturperiode entscheidend dafür sein, um die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) nachhaltig auf eine solide Finanzbasis zu stellen. Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das seit Jahresbeginn in Kraft ist, sorgt lediglich für eine kurzfristige finanzielle Überbrückung im laufenden Jahr. Dabei wurden die Lasten unfair verteilt und die GKV mit der abermaligen Rücklagenabschmelzung mehr geschwächt als stabilisiert.

Dr. Carola Reimann