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Kommentare

Dr. h.c. Helmut Hildebrandt

Nachhaltigkeit? Aber nur mit neuen ergebnisbezogenen Geschäftsmodellen

Im Umwelt- und Klimaschutz, wie aber auch in jeder industriellen Produktion, haben wir gelernt: Wenn wir sehenden Auges den Schaden eintreten lassen, dann ist die Aufarbeitung und Linderung des Schadens zigfach kostenaufwändiger als die kluge Vermeidung. Dennoch scheint uns die Sicht auf die Nöte der Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die Finanzsorgen der Krankenhäuser und Pflegenden sowie auf das Leid der Patienten mit schon eingetretenen Erkrankungen den Blick zu vernebeln. Wir vergessen das Prinzip, zunächst der Quelle des Übels nachzuspüren, und bleiben allzu leicht an den Symptomen kleben.

Dr. h. c. Helmut Hildebrandt


Simone Borchardt MdB

Patientenversorgung mit Cannabisarzneien verbessern

Innerhalb des letzten Jahres kam es zu einem regelrechten Hype rund um die Cannabislegalisierung. Mit diesem Vorhaben will die Ampel ein Wahlversprechen und Vorhaben des Koalitionsvertrages einlösen, mit dem besonders junge Wählerinnen und Wähler adressiert werden. Doch es mehren sich Stimmen aus verschiedenen Fachdisziplinen, die einer Legalisierung aus guten Gründen skeptisch gegenüberstehen. Auch vor dem Hintergrund geltenden EU-Rechts ist die Umsetzung des Vorhabens sehr fraglich, denn Anbau und Vertrieb von Cannabis für den Freizeitgebrauch sind innerhalb der EU verboten.

Simone Borchardt MdB

Erich Irlstorfer MdB

Die Pflege neigt dazu, selbst ein Pflegefall zu werden

Nach mehr als 430 Tagen, die Bundesminister Prof. Karl Lauterbach nun im Amt ist, hat sich in der Pflege nahezu nichts getan. Neben einer sich abschwächenden Pandemie sowie der Aufhebung letzter Schutzmaßnahmen und der Diskussion bezüglich der Legalisierung von Cannabis bleiben andere drängende gesundheitspolitische Bereiche gnadenlos auf der Strecke. Ankündigungen werden zu Schall und Rauch, während sich die Situation auf den pflegerischen Stationen und in den Einrichtungen weiter verschlechtert. Das ist nicht zufriedenstellend – weder für die Beschäftigten in der Pflege oder die Pflegebedürftigen sowie ihre Angehörigen, noch für die Gesundheitspolitik.

Erich Irlstorfer

Dr. Daniel Werner

Niedrigschwellige Diagnostik stärkt Prävention und Telemedizin

In der Bevölkerung steigt in den letzten Jahren sowohl das Gesundheitsbewusstsein als auch die Prävalenz chronischer Erkrankungen, sodass diagnostische Tests an Bedeutung gewinnen. Spätestens seit der Corona-Pandemie gehört Diagnostik für jeden zum Alltag dazu, und die Bereitschaft, die eigene Gesundheit zu überwachen, wird zur Selbstverständlichkeit. Die Hürde, umfassende diagnostische Tests zur Prävention durchzuführen, ist aufgrund fehlender niederschwelliger Angebote oftmals noch zu hoch. Für eine bedarfsgerechte Versorgung ist es deshalb notwendig, eine innovative und niederschwellige Teststruktur zu etablieren und diese langfristig entsprechend zu vergüten!

Dr. Daniel Werner


Dr. Susanne Wagenmann

Nachhaltigkeit? Auch für die Sozialversicherung unabdingbar!

Auch in der Sozialversicherung brauchen wir ein Bewusstsein für langfristiges Denken und nachhaltige Entscheidungen. Schon heute belasten die Sozialversicherungsbeiträge den Faktor Arbeit stark. In kaum einem anderen Land bleibt den Beschäftigten so wenig von ihrem erwirtschafteten Einkommen wie in Deutschland. Aufgrund der demografischen Entwicklung droht der Gesamtsozialversicherungsbeitrag bis 2040 auf bis zu 50 Prozent zu steigen.

Dr. Susanne Wagenmann


Johannes Bauernfeind

Lieferengpässe bei Arzneimitteln: Versorgungssicherheit hat Vorrang

Lieferengpässe haben sich in den letzten Jahren zu einem großen Ärgernis in der Versorgung mit Arzneimitteln entwickelt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) listet Mitte Januar 391 Arzneimittel, die vorübergehend nicht lieferbar sind. Diese Zahl erscheint zunächst etwas hoch: Sie enthält (auch) mehrere Arzneimittel mit unterschiedlichen Mengen und Darreichungsformen desselben Wirkstoffs.

Johannes Bauernfeind


Martina Stamm-Fibich MdB

Kampf gegen Arzneimittellieferengpässe steht und fällt auch mit der Qualität der Daten

Arzneimittellieferengpässe sind kein neues Phänomen. In den letzten Wochen und Monaten ist die Problematik jedoch verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Das Fehlen von Onkologika, Immunglobulinen, Fiebersäften und anderen Arzneimitteln hat vielen Bürgerinnen und Bürgern vor Augen geführt, dass es sich bei Arzneimittellieferengpässen um ein Problem handelt, das jeden von uns treffen kann – entsprechend steigt nun auch der Druck auf die Politik zügig eine Lösung für das Problem zu finden.

Martina Stamm-Fibich


Dr. Carola Reimann

Entscheidendes Jahr für nachhaltige Finanzlösungen in GKV und sozialer Pflegeversicherung

Das neue Jahr wird in dieser Legislaturperiode entscheidend dafür sein, um die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) nachhaltig auf eine solide Finanzbasis zu stellen. Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das seit Jahresbeginn in Kraft ist, sorgt lediglich für eine kurzfristige finanzielle Überbrückung im laufenden Jahr. Dabei wurden die Lasten unfair verteilt und die GKV mit der abermaligen Rücklagenabschmelzung mehr geschwächt als stabilisiert.

Dr. Carola Reimann


Dr. Matthias Gruhl

Ambulant/stationäre Intermediär-Versorgung – eine Einordnung

Mindestens 20 Prozent der hausärztlichen Krankenhauseinweisungen benötigen bei abgesicherter Pflege und Überwachung keine stationäre Hochleistungsmedizin. Besonders in Folge von Krankenhauskonzentrationen im ländlichen Raum, aber auch in sozial benachteiligten urbanen Gebieten können kurzstationäre Interimskliniken für die Grund- und Übergangsversorgung (kGÜv) eine angemessene und patientenfreundliche Behandlung ermöglichen.

Dr. Matthias Gruhl


Susanne Müller

Über eine sprachlich und inhaltlich entgleiste Debatte

„Profitorientierte Ketten von Arztpraxen feiern wahrscheinlich ihr letztes schönes Weihnachten. Schon bald kommt das Ende.” Diesen Satz twitterte der Bundesgesundheitsminister am 25. Dezember 2022, nachdem zuvor ein „Bild“-Interview erschienen war. Dort wurde bereits in der Überschrift thematisiert, dass „er Profitgier in Arztpraxen verbieten“ wolle – ein ministerielles Paradebeispiel dafür, wie sehr die MVZ-Debatte seit einiger Zeit emotional und inhaltlich überfrachtet wird.

Susanne Müller

Thomas Bublitz

Krankenhausreform: Entscheidend ist, ob es besser wird

Sind die Empfehlungen der Reform-Kommission eine geeignete Grundlage für die Neustrukturierung der deutschen Krankenhauslandschaft und der Vergütung? Der Bundesgesundheitsminister ist davon sehr überzeugt und will die Vorschläge anscheinend weitgehend unverändert zu gesetzlichen Regelungen machen. Und nach seinem eigenen Bekunden wird er sich davon wegen des vermeintlich schädlichen Einflusses des Lobbyismus nicht von Ärzte-, Kliniken- und Krankenkassen-Verbänden abbringen lassen.

Thomas Bublitz

Politische Analysen

Die Revolution im eigenen Kopf

Das Leid der Altvorderen im Gesundheitswesen ist die Erinnerung. Und dazu gehört auch das Wissen, dass der heutige Bundesminister einer der vehementesten Befürworter der Einführung des schon damals vielfältig kritisierten hundertprozentigen DRG-Weges in der Krankenhausfinanzierung war. Eine persönliche revolutionäre Wendung? Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Herr Lauterbach in den Koalitionsverhandlungen 2017 die Idee der leistungsunabhängigen Erstattung der Pflegekosten (Pflegebudget) in der Koalitionsgruppe Gesundheit maßgeblich unterstützte. Von daher ist der neue Finanzierungsvorschlag selbst für ihn nur eine Evolution.

Maximilian Gerade