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Kommentare

Dr. Matthias Gruhl

Nirwana statt Tigersprung?

Es erschien so einfach, eine Reform der Notfallversorgung schnell und unkompliziert in dieser Legislaturperiode umzusetzen: Nach zahlreichen Studien und Defizitbeschreibungen aus den vorangehenden Jahren sowie einer auffordernden Beschlussfassung der Gesundheitsministerkonferenz finalisierten sich die Vorbereitungen für eine Reform der Notfallversorgung in einem Vorschlag des Sachverständigenrates von 2017, der im darauffolgenden Jahr auch in dessen Gutachten Eingang fand. Darin sprach sich der Sachverständigenrat für eine umfassende Neuordnung der „Dreifaltigkeit der Notfallversorgung“ (vertragsärztlicher Notdienst, Notfallambulanzen der Krankenhäuser und Rettungsdienst) aus.

Dr. Matthias Gruhl


Dr. Matthias Bartke MdB

Das geplante Lobbyregistergesetz: Mehr Transparenz im Bundestag

Grundsätzlich gilt, dass Lobbyismus als Vertretung gesellschaftlicher Interessen gegenüber der Politik zu den Wesensmerkmalen eines demokratischen Staates gehört. Dabei sind Lobbyisten keineswegs nur Konzerne und Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen. Lobbyisten sind beispielsweise auch Umwelt- und Sozialverbände, die ihre sozialen und ökologischen Interessen in Gesetzgebungsverfahren durchsetzen wollen.

Dr. Matthias Bartke

Dr. Kai Joachimsen

AMNOG-Erstattungspreise eignen sich nicht zur Skandalisierung!

Die Techniker Krankenkasse (TK) gehört sicherlich zu den innovationsoffeneren Kassen. Insofern verwundert die Einlassung ihres Vorsitzenden Dr. Jens Baas setzen  umso mehr, der wiederholt und wie in jedem Jahr pünktlich zum Herbstanfang das Schreckgespenst ausufernder Arzneimittelausgaben an die Wand wirft und davon abgeleitet Anpassungen des AMNOG-Prozesses fordert. Und auch in diesem Jahr lohnt der Blick auf die Fakten.

Dr. Kai Joachimsen

PD Dr. Stefan Lange

Big Data in der Medizin: Keine Nutzenbewertung ohne Kausalität!

„Große Daten, große Taten? Auf dem Weg zu datengestützten europäischen Gesundheitssystemen“, lautete jüngst der Titel einer Veranstaltung in Berlin. Referenten schwärmten dort von „virtuellen Räumen“ in Europa, aus denen jetzt ein gemeinsames Haus werden müsse – „damit die Daten fliegen können“. Für die Auswertung der großen Datenbestände in den einzelnen Gesundheitssystemen gäbe es bereits die technischen Möglichkeiten. Jetzt brauche es nur noch den nötigen Willen bzw. das „richtige Mindset“, um dies auch zu tun. Die vergangenen Pandemie-Monate hätten schließlich die Bedeutung großer Datenflüsse vor Augen geführt. Kurzum: Nun beginne die Ära von Big Data.

PD Dr. Stefan Lange


Prof. Josef Hecken

Erfolgsmodell AMNOG

Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), eines der letzten großen „Spargesetze“ innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), ist mittlerweile fester Bestandteil der Versorgung in Deutschland. Sein Auftrag: Es sollte zum einen den tatsächlichen Mehrwert von neuen Wirkstoffen für die Verordnenden sowie die Patientinnen und Patienten aufzeigen. Zum anderen sollte durch die systematische Bewertung des Zusatznutzens neuer Arzneimittel gegenüber dem Therapiestandard unmittelbar nach Markteintritt eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Preisverhandlungen geschaffen werden. Und: Ausweislich der Gesetzesbegründung prognostizierte der Gesetzgeber neben mehr Transparenz auch jährliche Einsparungen von ca. 2 Mrd. Euro.

Prof. Josef Hecken


Nils Dehne

DRG-System: Diskussion statt Schnellschüsse

Persönlich kann ich mich nicht daran erinnern, dass das DRG-System bei Bundestagsdebatten so präsent war, wie in den vergangenen Sitzungswochen. Mit dem KHZG und dem Bundeshaushalt 2021 standen dabei keineswegs große Krankenhausreformen auf der Agenda. Auf den ersten Blick erscheint zwischen nahezu allen Fraktionen große Einigkeit über den Reformbedarf in der Krankenhausfinanzierung zu bestehen.

Nils Dehne


Thomas Meißner

So viel stationär ist spa(h)nisch

Mit der angekündigten Pflegereform stellt der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Grundpfeiler der bisherigen Pflegeversicherung auf den Kopf. Bei so viel Fokus und Bevorteilung der stationären Pflege muss es einem spa(h)nisch vorkommen, wenn man aus dem ambulanten Bereich kommt.

Thomas Meißner


Dr. Jens Baas

Zukunft der Arzneimittelpreise: Es geht nicht ohne Transparenz

Wir alle erinnern uns noch an die „1.000 Dollar-Pille" gegen Hepatitis C, die 2014 Schlagzeilen machte und eine heftige Preisdiskussion auslöste. Längst haben wir uns an ganz andere Preise für neue Arzneimittel gewöhnt, die sicher nicht wenige noch vor einigen Jahren für unmöglich gehalten haben. Das zeigt auch wieder der aktuelle Innovationsreport, den Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen jährlich gemeinsam mit der TK herausgibt. So ist der jährliche Packungspreis für neue Medikamente in der Auswertung um 140 Prozent gestiegen. Nach oben scheinen die Preisgrenzen mit Blick auf Antikörper, CAR-T-Zellen, Gen- und Kombinationstherapien offen. Neue Arzneimittel stehen schon in den Startlöchern, um das aktuell teuerste Medikament – die „Zwei-Millionen-Dollar-Spritze" – abzulösen.

Dr. Jens Baas


Melanie Huml

Bayerns Dreiklang im Kampf gegen Corona: testen, schützen, vorsorgen

Das Corona-Virus hat Bayern früh getroffen. Wir haben konsequent die notwendigen Schutzmaßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Häufig werde ich gefragt, was wir aus der Krise gelernt haben. Die Antwort auf diese Frage ist der Kern unserer bayerischen Corona-Strategie.

Melanie Huml


Erwin Rüddel MdB

Zukunft der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Covid-19-Pandemie hat einerseits hohe Mehrausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgelöst, und gleichzeitig werden durch den dadurch ausgelösten konjunkturellen Einbruch deutliche Mindereinnahmen erwartet. Um die finanzielle Situation der GKV im Jahr 2021 zu stabilisieren, werden wir mit dem Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz eine Kombination unterstützender Maßnahmen beschließen: Der Bund leistet im Jahr 2021 einen ergänzenden Bundeszuschuss in Höhe von 5 Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds, die Finanzreserven der Krankenkassen werden abgesenkt und die Zusatzbeiträge werden moderat erhöht.

Erwin Rüddel

Maximilian Schmitt

Cannabisarzneimittel als Chance

In den vergangenen Jahren haben sich die Ansprüche und Bedürfnisse der Menschen in vielerlei Hinsicht verschoben. Im pharmazeutischen Kontext vertrauen Patienten heute Naturprodukten in hohem Maße. Der hieraus resultierende Vertrauensvorsprung und die damit verbundene Hoffnung in neue Therapiemöglichkeiten mit Cannabisarzneimitteln muss von Seiten der pharmazeutischen Industrie mit besonderer Verantwortung, Integrität und Transparenz begegnet werden.

Maximilian Schmitt

Mathias Arnold

Risiken und Nebenwirkungen des E-Rezeptes?

Das E-Rezept kommt – und es soll Patienten und Apotheken Vorteile bringen. Ab dem 1. Januar 2022 soll es für alle Patienten flächendeckend in ganz Deutschland zur Verfügung stehen, nachdem die gematik eine Anwendung zum Abruf und Transport sowie zur Verwaltung und Lagerung des E-Rezepts bis zum 30. Juni 2021 entwickelt hat. So steht es im Patientendatenschutzgesetz (PDSG), das im Sommer vom Bundestag beschlossen und vor wenigen Tagen vom Bundesrat bestätigt wurde – und demnächst in Kraft treten soll.

Mathias Arnold