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Kommentare

PD Dr. Michael A. Weber

Für Reformen der Krankenhäuser ist ein fairer Dialog notwendig

Seit Februar 2020 geben die Mitarbeiter der Krankenhäuser ihr Bestes, um die Patienten auch in Zeiten von Corona optimal zu versorgen. Die derzeitige Situation im ärztlichen Bereich sowie Pflege war ein wichtiges Thema des diesjährigen 43. Deutschen Krankenhaustages Mitte November gewesen. Es ging auch um die Zukunft. Der generelle Trend zur Skandalisierung kleinerer und mittlerer Krankenhäuser – völlig unabhängig von der tatsächlich erbrachten Qualität der Leistung – muss ein Ende haben. Wir brauchen Reformen und dafür einen fairen notwendigen Dialog.

PD Dr. Michael A. Weber


Dr. Dominik von Stillfried

Der KV-App-Radar des Zi sollte Schule machen

„Soll ich etwas verordnen?“ Diese Frage gehört zum täglichen Brot aller klinisch tätigen Mediziner und hat nun eine völlig neue Komponente: Digitale Gesundheitsanwendungen. Während zurecht noch über Nutzenbewertung und Erstattung von DiGA in der GKV debattiert wird, braucht die Ärzteschaft schnell ein praxistaugliches Tool, um die neuen therapeutischen Möglichkeiten (be-)greifbar zu machen und das ständig wachsende Angebot im Überblick zu behalten. In dieser Verantwortung haben wir mit Blick auf die klinische Praxis ein neues Portal entwickelt und dabei gelernt: Der Bedarf ist groß und die Aufgabe ambitioniert. Wir wünschen uns, dass das Thema in allen Versorgungsbereichen proaktiv angegangen wird. Denn: Wer handlungsfähig bleiben will, benötigt Überblick.

Dr. Dominik von Stillfried

Dr. York  Dhein

Reha: Operation gelungen, Patienten tot!

Zwar stärken das IPReG und das Gesetz Digitale Rentenübersicht mittelfristig die Stellung der Rehabilitation, kurzfristig droht aber eine Pleitewelle durch die zweite Welle der Corona-Pandemie.

Dr. York Dhein

Knut Mager

Der digitale europäische Gesundheitsraum – eine privat-öffentliche Gemeinschaftsaufgabe

In den innovativen Zentren von Wissenschaft und Forschung ist der europäische Datenraum längst Realität. Dies ist die Erkenntnis aus einer internationalen Konferenz zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Die Organisation der europäischen Forschungscluster „ScanBalt“ hat mehr als 30 vielversprechende Beispiele für digitale Lösungen im Umgang mit der COVID-19-Krise aus 15 verschiedenen europäischen Regionen versammelt. Daraus ergibt sich als Lehre aus der COVID-19 Krise: Gemeinschaftsprojekte benötigen einen Rahmen, der ihre Flexibilität mit der erforderlichen Rechtssicherheit verbindet und sie in ganz Europa nutzbar macht.

Knut Mager


Dr. Matthias Gruhl

Nirwana statt Tigersprung?

Es erschien so einfach, eine Reform der Notfallversorgung schnell und unkompliziert in dieser Legislaturperiode umzusetzen: Nach zahlreichen Studien und Defizitbeschreibungen aus den vorangehenden Jahren sowie einer auffordernden Beschlussfassung der Gesundheitsministerkonferenz finalisierten sich die Vorbereitungen für eine Reform der Notfallversorgung in einem Vorschlag des Sachverständigenrates von 2017, der im darauffolgenden Jahr auch in dessen Gutachten Eingang fand. Darin sprach sich der Sachverständigenrat für eine umfassende Neuordnung der „Dreifaltigkeit der Notfallversorgung“ (vertragsärztlicher Notdienst, Notfallambulanzen der Krankenhäuser und Rettungsdienst) aus.

Dr. Matthias Gruhl


Dr. Matthias Bartke MdB

Das geplante Lobbyregistergesetz: Mehr Transparenz im Bundestag

Grundsätzlich gilt, dass Lobbyismus als Vertretung gesellschaftlicher Interessen gegenüber der Politik zu den Wesensmerkmalen eines demokratischen Staates gehört. Dabei sind Lobbyisten keineswegs nur Konzerne und Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen. Lobbyisten sind beispielsweise auch Umwelt- und Sozialverbände, die ihre sozialen und ökologischen Interessen in Gesetzgebungsverfahren durchsetzen wollen.

Dr. Matthias Bartke


Dr. Kai Joachimsen

AMNOG-Erstattungspreise eignen sich nicht zur Skandalisierung!

Die Techniker Krankenkasse (TK) gehört sicherlich zu den innovationsoffeneren Kassen. Insofern verwundert die Einlassung ihres Vorsitzenden Dr. Jens Baas setzen  umso mehr, der wiederholt und wie in jedem Jahr pünktlich zum Herbstanfang das Schreckgespenst ausufernder Arzneimittelausgaben an die Wand wirft und davon abgeleitet Anpassungen des AMNOG-Prozesses fordert. Und auch in diesem Jahr lohnt der Blick auf die Fakten.

Dr. Kai Joachimsen


PD Dr. Stefan Lange

Big Data in der Medizin: Keine Nutzenbewertung ohne Kausalität!

„Große Daten, große Taten? Auf dem Weg zu datengestützten europäischen Gesundheitssystemen“, lautete jüngst der Titel einer Veranstaltung in Berlin. Referenten schwärmten dort von „virtuellen Räumen“ in Europa, aus denen jetzt ein gemeinsames Haus werden müsse – „damit die Daten fliegen können“. Für die Auswertung der großen Datenbestände in den einzelnen Gesundheitssystemen gäbe es bereits die technischen Möglichkeiten. Jetzt brauche es nur noch den nötigen Willen bzw. das „richtige Mindset“, um dies auch zu tun. Die vergangenen Pandemie-Monate hätten schließlich die Bedeutung großer Datenflüsse vor Augen geführt. Kurzum: Nun beginne die Ära von Big Data.

PD Dr. Stefan Lange


Prof. Josef Hecken

Erfolgsmodell AMNOG

Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), eines der letzten großen „Spargesetze“ innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), ist mittlerweile fester Bestandteil der Versorgung in Deutschland. Sein Auftrag: Es sollte zum einen den tatsächlichen Mehrwert von neuen Wirkstoffen für die Verordnenden sowie die Patientinnen und Patienten aufzeigen. Zum anderen sollte durch die systematische Bewertung des Zusatznutzens neuer Arzneimittel gegenüber dem Therapiestandard unmittelbar nach Markteintritt eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Preisverhandlungen geschaffen werden. Und: Ausweislich der Gesetzesbegründung prognostizierte der Gesetzgeber neben mehr Transparenz auch jährliche Einsparungen von ca. 2 Mrd. Euro.

Prof. Josef Hecken


Nils Dehne

DRG-System: Diskussion statt Schnellschüsse

Persönlich kann ich mich nicht daran erinnern, dass das DRG-System bei Bundestagsdebatten so präsent war, wie in den vergangenen Sitzungswochen. Mit dem KHZG und dem Bundeshaushalt 2021 standen dabei keineswegs große Krankenhausreformen auf der Agenda. Auf den ersten Blick erscheint zwischen nahezu allen Fraktionen große Einigkeit über den Reformbedarf in der Krankenhausfinanzierung zu bestehen.

Nils Dehne

Thomas Meißner

So viel stationär ist spa(h)nisch

Mit der angekündigten Pflegereform stellt der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Grundpfeiler der bisherigen Pflegeversicherung auf den Kopf. Bei so viel Fokus und Bevorteilung der stationären Pflege muss es einem spa(h)nisch vorkommen, wenn man aus dem ambulanten Bereich kommt.

Thomas Meißner

Dr. Jens Baas

Zukunft der Arzneimittelpreise: Es geht nicht ohne Transparenz

Wir alle erinnern uns noch an die „1.000 Dollar-Pille" gegen Hepatitis C, die 2014 Schlagzeilen machte und eine heftige Preisdiskussion auslöste. Längst haben wir uns an ganz andere Preise für neue Arzneimittel gewöhnt, die sicher nicht wenige noch vor einigen Jahren für unmöglich gehalten haben. Das zeigt auch wieder der aktuelle Innovationsreport, den Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen jährlich gemeinsam mit der TK herausgibt. So ist der jährliche Packungspreis für neue Medikamente in der Auswertung um 140 Prozent gestiegen. Nach oben scheinen die Preisgrenzen mit Blick auf Antikörper, CAR-T-Zellen, Gen- und Kombinationstherapien offen. Neue Arzneimittel stehen schon in den Startlöchern, um das aktuell teuerste Medikament – die „Zwei-Millionen-Dollar-Spritze" – abzulösen.

Dr. Jens Baas