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Kommentare

Dr. Andreas W. Schneider

Plädoyer für die belegärztliche Versorgung

Die zunehmende Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, komplexere Krankheitsbilder im demographischem Wandel und die sich dabei abzeichnende Verknappung der Ressourcen in einer sich stetig weiterentwickelnden Medizin haben in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder zu Versuchen des Gesetzgebers geführt, dem zunehmend unkontrollierten Wachstum Einhalt zu gebieten. Als kostentreibend wurde dabei u.a. die Sektorengrenze mit der Vorhaltung der doppelten Facharztschiene identifiziert und der fehlende Anreiz, mehr ambulant, statt stationär zu therapieren. Belegarztersetzende Vertragsstrukturen erreichten jedoch dabei nie einen signifikanten Versorgungsanteil. Immer noch werden Belegärzte stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht.

Dr. Andreas W. Schneider


Uwe Klemens

Reformbedarf in der Finanzierung der Pflegeversicherung

Wie wichtig uns die Pflege sein sollte, zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen: 2020 waren mehr als 4,2 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Ein Viertel davon wird in stationären Einrichtungen gepflegt. Trotz zahlreicher Reformen in der Vergangenheit gibt es weiter politischen Handlungsdruck. Zum einen geht es um die zunehmende Kostenbelastung der Pflegebedürftigen durch steigende Eigenanteile – ein Problem, auf das nicht zuletzt die Ersatzkassen seit Jahren aufmerksam machen. Zum anderen geht es um die zukunftsfeste Finanzierung der Pflegeversicherung als Säule der sozialen Sicherungssysteme.

Uwe Klemens

Matthias Mohrmann

Unser Gesundheitssystem: Muss alles anders werden, damit es besser wird?

Wenn es um die Entwicklungsperspektiven unseres Gesundheitssystems geht, klingt ein typischer Einstieg etwa so: „Wir haben ein gutes Gesundheitssystem, aber…“ Dann folgt gewöhnlich eine Aufzählung der Defizite, und jedem ist klar, dass die Betonung auf den Mängeln liegt. Ich möchte diese Aussage einmal umdrehen: „Wir haben sicher einige Schwächen in unserem Gesundheitssystem, aber es ist dem Grunde nach gut.“

Matthias Mohrmann

Gabriele Regina Overwiening

Von Apothekern lernen…

Am 28. April 2020 berichtete die „Tagesschau“ darüber, dass während der ersten Pandemiewelle nur 30 der ca. 19.000 Apotheken in Deutschland wegen Infektions(verdachts)fällen vorübergehend geschlossen waren. Anmoderiert wurde der Beitrag vom Sprecher mit den markigen Worten: „Von Apotheken lernen, heißt siegen lernen“. Dem einen oder anderen Betrachter mag diese Feststellung vielleicht etwas zu weit gehen, aber sie war Ausdruck der Anerkennung, dass die „Systemverfügbarkeit“ in der Arzneimittelversorgung selbst in der Hochphase der Pandemie bei über 99,8 Prozent lag.

Gabriele Regina Overwiening


Nathalja Nolen
Patrick Stockebrandt
Dr. Stephan Balling

Wie Corona-Warn-Apps Leben retten – und warum sie verpflichtend sein sollten

Nicht der Lockdown ist der schlimmste Feind der Wirtschaft, sondern der Krankheitserreger. Das betont nicht nur Ifo-Präsident Clemens Fuest. Das zeigt auch ein Blick auf viele asiatische Länder, denen es gelungen ist, die Verbreitung des Virus besser einzudämmen – und damit die Folgeschäden für die Wirtschaft zu minimieren.

Nathalja Nolen, Patrick Stockebrandt, Dr. Stephan Balling


Nils Dehne

Wie eine gutmütige Utopie einer fernen Welt

„Integrierte Versorgung als regionale Regelversorgung“. Unter diesem Titel sind Beiträge von Dr. Helmut Hildebrandt und Dr. Robert Paquet auf unserer Plattform erschienen. Im nachfolgenden Kommentar widmet sich Nils Dehne, Geschäftsführer Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser e. V. (AKG), den Anforderungen an eine regionalisierte, sektorübergreifende Gesundheitsversorgung. Anfang der kommenden Woche folgt zu dieser Thematik ein Kommentar von Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg. Wir laden gern weitere Autorinnen und Autoren ein, sich an diesem Diskurs zu beteiligen.

Nils Dehne


Prof. Dr. Claudia Schmidtke MdB

UPD muss eine nachhaltige Organisationsform werden

Eine unabhängige Verbraucher- und Patientenberatung (UPD) ist unverzichtbarer Bestandteil eines patientenorientieren Gesundheitssystems: Ein qualifiziertes, unabhängiges und neutrales Beratungsangebot zu gesundheitsrechtlichen und medizinischen Fragen fördert die Gesundheitskompetenz und unterstützt Patientinnen und Patienten darin, ihre Interessen selbstbestimmt wahrzunehmen und gut informiert Entscheidungen über die eigene Gesundheit zu treffen.

Prof. Dr. Claudia Schmidtke


Dr. Wolfgang Eßer

Die vertragszahnärztliche Versorgung in Pandemie-Zeiten

Die Corona-Pandemie hält Deutschland auch zu Beginn des Jahres 2021 weiter im Klammergriff. Ihre Auswirkungen beeinflussen seit Monaten auch massiv die Arbeitsbedingungen von Zahnarztpraxen und deren Teams. Aber, wie es Bundespräsident Steinmeier kürzlich in einer Ansprache formulierte: „Das lang ersehnte Licht am Ende des Tunnels wird heller.“ Erste Vakzine sind zugelassen, in Deutschland wird seit einigen Wochen gegen das Virus geimpft. Entsprechend der Impfverordnung und auf Grundlage der Empfehlung der Ständigen Impfkommission wurden Zahnärztinnen, Zahnärzte und ihre Mitarbeiter grundsätzlich in die Prioritätengruppe mit hohem Expositionsrisiko (Stufe 2) eingeordnet, gleichauf mit niedergelassenen Ärzten.

Dr. Wolfgang Eßer


Dr. Peter Pick

Pflegebegutachtung: Neue Wege finden in der Pandemie

Die seit Monaten andauernde Coronakrise stellt alle gesundheitspolitischen Akteure vor immense Herausforderungen ─ so auch die Medizinischen Dienste. Beispiel Pflegegutachtung: Einerseits gilt es, Versicherte vor Infektionsrisiken zu schützen, andererseits ist der zeitnahe Zugang zu Leistungen sicherzustellen. Die alternative Telefonbegutachtung und ein durchdachtes Hygienekonzept sind die wesentlichen Pfeiler, um die Begutachtungs- und Prüfaufgaben je nach Pandemielage anzupassen und umzusetzen.

Dr. Peter Pick


Thomas Meißner

Corona-Pandemie und Versorgungssicherheit – Pflege im ethischen Spannungsfeld

Fast ein Jahr hält uns jetzt die Corona-Pandemie in Atem. Verbale Unterstützung kommt von allen Seiten. Liest man Artikel und Kommentare, folgt man den Medien, Interviews und Talkshows, so ist festzustellen: Meist weiß man es hinterher besser, was gut gewesen wäre, nicht aber, welcher nächste Schritt eindeutig und nachvollziehbar umsetzbar ist. Jüngste Beispiele hierzu ist die Testverordnung des Bundes ebenso wie die Impfverordnung – mit all den heruntergebrochenen, häufig unterschiedlichen Umsetzungen in den einzelnen Verordnungen der Länder zu diesen Themen.

Thomas Meißner

Dr. Hans-Georg Feldmeier

Brauchen Innovationen wirtschaftliche Anreize oder staatliche Fördertöpfe?

Forschung in der Wirtschaft funktioniert im Allgemeinen nicht auf Knopfdruck durch staatliche Innovationsförderung. Und nicht in allen Branchensegmenten ist sie gleichermaßen sinnvoll. Natürlich brauchen gerade Startups gezielte Anschubfinanzierung, die bis zur Translation auf nährbaren Boden fallen muss. Forschung und Entwicklung (F&E) in bereits etablierten Firmen läuft dagegen anders. Hier trägt der Unternehmer bewusst Kosten und Risiken selbst und benötigt keine an Ziele gebundene finanzielle staatliche Unterstützung. Viel wichtiger sind ihm verlässliche politische und formale Rahmenbedingungen, damit sich die Investitionen in F&E auszahlen. Ein angemessenes Return of Investment (ROI) ist für innovierende Pharma-Firmen immer noch die beste Forschungsförderung. Leider gibt es hierzulande sowohl bei Innovationen auf Basis neuer als auch auf Basis bewährter Wirkstoffe immer noch hohe Hürden. Das Preismoratorium, das AMNOG und das Festbetragssystem sind nur einige Beispiel.

Dr. Hans-Georg Feldmeier

Astrid Hamker

Mutige Weichenstellungen zum Erhalt des Sozialstaats gefragt

Gerade angesichts des kurzfristigen Corona-Krisenmanagements braucht Deutschland schnell einen überzeugenden ordnungspolitischen Kompass für den Sozialstaat. Schon vor der Krise kratzten die Sozialabgaben für Kinderlose an der 40-Prozent-Hürde. Großzügige Rentengeschenke beider Großen Koalitionen, die dauerhaft mit jährlichen Milliarden zu Buche schlagen, sind da nur ein Stichwort. Für 2019 weist das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erstmals mehr als eine Billion Euro an Sozialausgaben aus. Und die meisten wissenschaftlichen Prognosen gehen davon aus, dass die Corona-Folgen und der Rentenbeginn der Babyboomer die Sozialabgaben von heute rund 40 auf 50 und mehr Prozent steigen lassen, wenn wir nicht gegensteuern. Die Politik ist hier aufgerufen, dringend grundlegend umzudenken.

Astrid Hamker