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Kommentare

Prof. Dr. Udo X. Kaisers

Uniklinik Ulm bricht mit Sana

Eine lange Beziehung geht zu Ende und wirft Fragen über die Kooperation zwischen öffentlichen und privaten Kliniken über Ulm hinaus auf. Das Universitätsklinikum Ulm hat zum 31.12.2020 den Gesellschaftervertrag mit der RKU (Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH) gekündigt und der 50-prozentigen Mitgesellschafterin Sana Kliniken AG Gespräche über eine Übernahme von deren Anteilen angeboten. Damit geht ein Beteiligungsmodell von Universitätsklinikum und privatem Klinikbetreiber zu Ende.

Prof. Dr. Udo X. Kaisers


Ute Repschläger

Besser heute als morgen digital vernetzt

Digitale Angebote nutzen, um die Versorgung der Patienten zu verbessern und gleichzeitig die Arbeit der Leistungserbringer vereinfachen – das soll das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) leisten. Bundesgesundheitsminister Spahn hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Paradigmenwechsel in der Gesundheitsversorgung einzuleiten. Wie stellt sich die Situation für die Therapieberufe dar?

Ute Repschläger

Peter Weiß

Gezielt um Fachkräfte im Ausland werben

Der Deutsche Bundestag hat am 7. Juni 2019 ein außergewöhnlich umfangreiches Gesetzespaket zur Fachkräftegewinnung, Migration und Asyl verabschiedet. Damit wurde ein zentrales Reformvorhaben der Regierungsfraktionen umgesetzt. Von besonderer Bedeutung ist dabei aus wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Sicht das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Dieses Gesetz soll die Fachkräftebasis sichern und erweitern, um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland weiterhin erfolgreich gestalten zu können. Mit dem Gesetz wurde auch ein Entschließungsantrag beschlossen, der dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz zum Erfolg verhelfen soll. Er ist getragen von der Tatsache, dass im Inland und im EU-Ausland Fachkräfte künftig schwerer zu gewinnen sein werden. Deutschland braucht daher qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.

Peter Weiß

Dr. Kai Joachimsen

Einspruch! IQWiG will Planwirtschaft statt Fortschritt

Worum es geht: Experten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) behaupten in einem im British Medical Journal (BMJ) erschienenen Aufsatz , dass das IQWiG für mehr als die Hälfte der seit 2011 in Deutschland neu auf den Markt gekommenen Arzneimittel keinen Zusatznutzen habe feststellen können. Die Autoren folgern daraus u.a., dass die Arzneimittelforschung staatlich gelenkt werden müsse.

Dr. Kai Joachimsen


Hanka Knoche

Bekämpfung von Symptomen zu Lasten der Versicherten

Mit dem jetzt vorliegenden Regierungsentwurf eines MDK-Reformgesetzes sollen u.a. die Modalitäten der durch die gesetzlichen Krankenkassen durchgeführten oder veranlassten Krankenhausabrechnungsprüfung neu geregelt werden. Zentrale Bestandteile sind die Beschränkung der Einzelfallprüfungen auf 10 % der Fälle eines Krankenhauses pro Quartal im Jahr 2020 und ab 2021 eine quartalsbezogene Prüfquote von 5 % bis 15 %, abhängig vom Anteil der korrekten Abrechnungen eines Krankenhauses. Hintergrund ist eine stetig steigende Prüfquote, welche bei allen Beteiligten einen erheblichen Verwaltungsaufwand verursacht und einen Großteil der Tätigkeit der Medizinischen Dienste umfasst. Insoweit ist die Absicht der Bundesregierung, die Anzahl der Krankenhausabrechnungsprüfungen senken zu wollen und die personellen Kapazitäten für die Versorgung bereitstellen zu können, durchaus zu begrüßen.

Hanka Knoche


Prof. Dr. Stephan Schmitz

MVZ-Weiterentwicklung forcieren, nicht bekämpfen

Seit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 haben sich die Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems für Krankenhäuser und Vertragsärztinnen und -ärzte massiv verändert. Damals wurden sogenannte Versorgungszentren (Gesundheitszentren, später Medizinische Versorgungszentren, kurz MVZ) per Gesetz zulässig, und es wurde eine neue Möglichkeit zur ambulanten Versorgung durch Krankenhäuser eröffnet (§ 116 b SGB V). Dies führte zu einer insgesamt durchaus innovativen, aber auch disruptiven Veränderung der ambulanten Versorgungslandschaft. Es wurden nämlich neue Versorger in die ambulante Versorgung eingeführt: Krankenhäuser und Gesundheitszentren/MVZ.

Prof. Dr. Stephan Schmitz


Dirk Heidenblut MdB

Starke ePA – starker Datenschutz

Mit dem Referentenentwurf des Digitale Versorgung-Gesetzes (DVG) hat das Bundesministerium für Gesundheit vergangenen Monat einen ersten Aufschlag gemacht, um die Digitalisierung des Gesundheitswesens in der aktuellen Legislaturperiode zu forcieren. Mit Blick auf den Gesundheitsdatenschutz betrachte ich die aktuelle Diskussion mit gemischten Gefühlen.

Dirk Heidenblut



Dr. Christina Tophoven

Wie aus einem Land vor unserer Zeit

Der Psychiater Dr. Manfred Lütz stellt wiederholt Psychotherapeuten als Behandler zweiter Klasse dar. Dieses Mal, Ende Mai, in der Talkshow von Markus Lanz. Besonders pikant im Beisein von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Dr. Lütz, der auch Chefarzt einer Kölner Klinik ist, erklärte den Zuschauern und vor allen Dingen dem Bundesgesundheitsminister erneut, dass psychisch kranke Menschen nicht direkt zum Psychotherapeuten gehen sollten. Vielmehr ist nach Aussage von Dr. Lütz eine Vorprüfung durch qualifizierte Ärzte unerlässlich, damit Psychotherapeuten nicht mehr eigentlich nur traurige oder einsame Menschen behandeln.

Dr. Christina Tophoven


Ronald Fritz

Elektronische Patientenakten-Lösungen als Katalysatoren der Digitalisierung in der Gesundheitsbranche

Die digitale Transformation im Gesundheitswesen in Deutschland startete nicht erst in dieser Dekade. Bereits in den 2000er Jahren gab es Ansätze zur Ablösung des papiergebunden Dokumenten- und Datenaustausches zwischen Ärzten, Leistungserbringern, Versicherungsunternehmen und Versicherten/Patienten in Deutschland.

Ronald Fritz

Katharina van Bronswijk

Reform der Psychotherapeutenausbildung: Kann die junge Generation auf die alten Polit-Profis vertrauen?

Seit Jahren höre ich in der gesundheitspolitischen Auseinandersetzung zur Psychotherapeutenausbildungsreform immer wieder einen ganz ähnlichen Satz: „Toll, dass Sie sich in Ihrem Alter schon so engagieren.“ Die aktuelle Lage ist als Psychotherapeutin in Ausbildung (PiA) in Deutschland auch kaum anders auszuhalten, denke ich mir dann immer. Trotzdem engagieren sich wenige PiA tatsächlich längerfristig für eine Veränderung. Woran kann das liegen?

Katharina van Bronswijk

Dieter F. Märtens

Verschleppte Reform der Sozialwahl – warum die Politik jetzt handeln muss

Die Sozialwahl ist nach Bundestags- und Europawahl die größte Wahl der Republik. Dennoch scheint es manchmal, als fehlte ihr unter vielen Demokraten die Lobby. Anders lässt es sich kaum erklären, dass ihre große Reformierung, die Einführung von Online-Wahlen - nicht so richtig Fahrt aufnehmen will. Wenn ich einerseits die Debatten über den „Verfall der Demokratie" und ein vermeintliches „politisches Desinteresse junger Menschen" verfolge, andererseits jedoch sehe, wie in Sachen Modernisierung der Sozialwahl immer wieder die Chance auf einen demokratischen Schritt nach vorn vergeben wird, wirkt das auf mich fast schon absurd.

Dieter F. Märtens