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Kommentare

Prof. Dr. Stephan Schmitz

MVZ-Weiterentwicklung forcieren, nicht bekämpfen

Seit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 haben sich die Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems für Krankenhäuser und Vertragsärztinnen und -ärzte massiv verändert. Damals wurden sogenannte Versorgungszentren (Gesundheitszentren, später Medizinische Versorgungszentren, kurz MVZ) per Gesetz zulässig, und es wurde eine neue Möglichkeit zur ambulanten Versorgung durch Krankenhäuser eröffnet (§ 116 b SGB V). Dies führte zu einer insgesamt durchaus innovativen, aber auch disruptiven Veränderung der ambulanten Versorgungslandschaft. Es wurden nämlich neue Versorger in die ambulante Versorgung eingeführt: Krankenhäuser und Gesundheitszentren/MVZ.

Prof. Dr. Stephan Schmitz


Dirk Heidenblut MdB

Starke ePA – starker Datenschutz

Mit dem Referentenentwurf des Digitale Versorgung-Gesetzes (DVG) hat das Bundesministerium für Gesundheit vergangenen Monat einen ersten Aufschlag gemacht, um die Digitalisierung des Gesundheitswesens in der aktuellen Legislaturperiode zu forcieren. Mit Blick auf den Gesundheitsdatenschutz betrachte ich die aktuelle Diskussion mit gemischten Gefühlen.

Dirk Heidenblut

Dr. Christina Tophoven

Wie aus einem Land vor unserer Zeit

Der Psychiater Dr. Manfred Lütz stellt wiederholt Psychotherapeuten als Behandler zweiter Klasse dar. Dieses Mal, Ende Mai, in der Talkshow von Markus Lanz. Besonders pikant im Beisein von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Dr. Lütz, der auch Chefarzt einer Kölner Klinik ist, erklärte den Zuschauern und vor allen Dingen dem Bundesgesundheitsminister erneut, dass psychisch kranke Menschen nicht direkt zum Psychotherapeuten gehen sollten. Vielmehr ist nach Aussage von Dr. Lütz eine Vorprüfung durch qualifizierte Ärzte unerlässlich, damit Psychotherapeuten nicht mehr eigentlich nur traurige oder einsame Menschen behandeln.

Dr. Christina Tophoven


Ronald Fritz

Elektronische Patientenakten-Lösungen als Katalysatoren der Digitalisierung in der Gesundheitsbranche

Die digitale Transformation im Gesundheitswesen in Deutschland startete nicht erst in dieser Dekade. Bereits in den 2000er Jahren gab es Ansätze zur Ablösung des papiergebunden Dokumenten- und Datenaustausches zwischen Ärzten, Leistungserbringern, Versicherungsunternehmen und Versicherten/Patienten in Deutschland.

Ronald Fritz


Katharina van Bronswijk

Reform der Psychotherapeutenausbildung: Kann die junge Generation auf die alten Polit-Profis vertrauen?

Seit Jahren höre ich in der gesundheitspolitischen Auseinandersetzung zur Psychotherapeutenausbildungsreform immer wieder einen ganz ähnlichen Satz: „Toll, dass Sie sich in Ihrem Alter schon so engagieren.“ Die aktuelle Lage ist als Psychotherapeutin in Ausbildung (PiA) in Deutschland auch kaum anders auszuhalten, denke ich mir dann immer. Trotzdem engagieren sich wenige PiA tatsächlich längerfristig für eine Veränderung. Woran kann das liegen?

Katharina van Bronswijk


Dieter F. Märtens

Verschleppte Reform der Sozialwahl – warum die Politik jetzt handeln muss

Die Sozialwahl ist nach Bundestags- und Europawahl die größte Wahl der Republik. Dennoch scheint es manchmal, als fehlte ihr unter vielen Demokraten die Lobby. Anders lässt es sich kaum erklären, dass ihre große Reformierung, die Einführung von Online-Wahlen - nicht so richtig Fahrt aufnehmen will. Wenn ich einerseits die Debatten über den „Verfall der Demokratie" und ein vermeintliches „politisches Desinteresse junger Menschen" verfolge, andererseits jedoch sehe, wie in Sachen Modernisierung der Sozialwahl immer wieder die Chance auf einen demokratischen Schritt nach vorn vergeben wird, wirkt das auf mich fast schon absurd.

Dieter F. Märtens


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Auf zu neuen Ufern: digitale Gesundheitsanwendungen im Digitale Versorgung-Gesetz

Der mit Spannung erwartete Gesetzgebungsvorschlag aus dem Bundesministerium für Gesundheit zu digitalen Gesundheitsanwendungen soll dafür sorgen, dass die Strukturen des deutschen Gesundheitssystems an die Dynamik der digitalen Transformation angepasst werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Vorschläge zielt auf die Frage, wie digitale Gesundheitsanwendungen künftig rasch in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgenommen werden sollen. Die Softwarehersteller werden das begrüßen. Was kommt auf die Ärzteschaft und die Versicherten der GKV zu?

Sven Wunderlich


Dr. Michael Meister

Forschung für Gesundheit – Perspektiven aus Sicht der Bundesregierung

Die Gesundheit der Menschen in Deutschland zu erhalten und zu stärken gehört zu den wichtigsten Zielen der Bundesregierung. Wir nehmen die damit verbundene Verantwortung sehr ernst: Zum einen, indem wir unser sehr gutes Gesundheitssystem zukunftsfähig weiterentwickeln. Und zum anderen, indem wir eine hervorragende Gesundheitsforschung vorantreiben und deren Erfolge schnell in die Versorgung bringen. Denn Gesundheitsforschung ist und bleibt die entscheidende Grundlage für den medizinischen Fortschritt.

Dr. Michael Meister


Sabine Maur

Warum so unentspannt?

Die dringend notwendige Reform der Psychotherapeuten-Ausbildung steht an. Vom Berufsstand nachdrücklich begrüßt, hören sich die ärztlichen Wortmeldungen aus den letzten Monaten dazu folgendermaßen an: „völlig verkorkste Reform“, „Schrumpf-Ausbildung, „darf niemals auf Patienten losgelassen werden“, „Rückkehr zu Bader-Chirurgen oder Dentisten in der mittelalterlichen Ständegesellschaft“, „Barfußärzte für die Seele“ „Etikettenschwindel“.

Sabine Maur

Dr. Gerald Gaß © Landeskrankenhaus (AöR), Tobias Vollmer
© Landeskrankenhaus (AöR), Tobias Vollmer

Gegen die Misstrauenskultur

Mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Abrechnungswesens im Gesundheitswesen und der dahinterstehenden Reform des Medizinischen Dienstes wurden durch den Gesetzgeber Weichen gestellt, um die zum Teil willkürliche Prüfungspraxis aufzulösen. Es besteht die Chance tatsächlich eine andere, fairere Situation herstellen zu können und den Medizinischen Dienst wieder zu dem zu machen, was er eigentlich sein soll: Ein Medizinischer Dienst und kein Wettbewerbsinstrument der Kassen.

Dr. Gerald Gaß

Ulrich Weigeldt © Lopata/axentis.de
© Lopata/axentis.de

In der Hausarztpraxis braucht es keinen Physician Assistant

In Zeiten, in denen der Bedarf nach Hausärztinnen und Hausärzten immer weiter steigt, ist es ein gutes Zeichen, wenn sich Selbstverwaltung und Politik Gedanken über die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung machen und diese Maßnahmen dann auch gezielt umsetzen. Aktuelle Beispiele sind etwa die Fortgeltungsklausel für die Hausarztzentrierte Versorgung, die Landarztquote in Nordrhein-Westfalen oder auch die neue Bedarfsplanung des G-BA. Ärgerlich ist dagegen, wenn der oft ausgerufene „Hausärztemangel“ als Grund herangezogen wird, um Konzepte zu bewerben, die letztlich mehr schaden als nutzen.

Ulrich Weigeldt