Direkt zum Inhalt springen

Kommentare

Dr. Jens Baas

KHVVG: Stichprobenprüfung ist kompliziert und teuer

Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach eine umfangreiche und komplexe Reform vorgenommen. Neue Qualitätsvorgaben, neue Versorgungsstrukturen und eine neue Finanzierung erfordern für den heterogenen Markt mit 1700 Kliniken vom kleinen Kreiskrankenhaus bis zum Maximalversorger ein umfassendes Werk. Und drastische Veränderungen rufen naturgemäß Widerstände hervor und entfesseln Beharrungskräfte.

Dr. Jens Baas


Prof. Dr. Martin Scherer © DEGAM / Tabea Marten
© DEGAM / Tabea Marten

Gesundes-Herz-Gesetz – mehr Fehlversorgung geht kaum

Trotz massiver Kritik hat das Bundeskabinett die umstrittenen Pläne zum „Gesundes-Herz-Gesetz“ (GHG) verabschiedet. Eine gesundheitspolitische Fehlentscheidung. Das geplante Gesetz verspielt eine große Chance: Statt echter Prävention zielen die Pläne vor allem auf nicht-evidenzbasierte Screening-Instrumente und verstärkte Medikalisierung ab.

Prof. Dr. Martin Scherer

Prof. Dr. med. Jürgen Windeler © Axentis/Lopata
© Axentis/Lopata

GHG – Neues vom Schminktisch

Wer glaubt, dass die Bekenntnisse zu EbM aus der Gesundheitspolitik mehr als potemkinsche Dörfer sind, sollte einen Blick in den Regierungsentwurf zum „Gesundes-Herz-Gesetz“ werfen, der am 28. August 2024 vorgestellt wurde. Von der Ärzte Zeitung als „Kehrtwende“ gegenüber dem Referentenentwurf aus dem Juni eingestuft, kann man die Änderungen in der Sache kaum anders als Kosmetik bezeichnen.

Prof. Dr. Jürgen Windeler

Anke Rüdinger © ABDA
© ABDA

Apothekerinnen und Apotheker setzen auf Digitalisierung, aber nicht nur

Die Apotheken vor Ort arbeiten seit vielen Jahren weitgehend digital. Digitale Anwendungen unterstützen ihre Arbeit in vielen Bereichen. Beispiele sind die Warenwirtschaftssysteme, die Ausstellung digitaler Impfzertifikate während der Pandemie oder das E-Rezept. Das ist in unseren Apotheken längst Alltag.

Anke Rüdinger


Ute Repschläger © Georg Lopata
© Georg Lopata

Schon heute ein Mythos?

Bereits heute setzen viele unterschiedliche Professionen im deutschen Gesundheitssystem ihre Kompetenzen dafür ein, Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Die interprofessionelle Zusammenarbeit wird ein Schlüssel dafür sein, eine gute und effiziente Versorgung auch zukünftig gewährleisten zu können. Eine Kultur, in der interprofessionelle Zusammenarbeit eine Selbstverständlichkeit darstellt, muss daher das Ziel der Bemühungen aller Akteure im Gesundheitswesen sein.

Ute Repschläger


Tessa Wolf

Medizinforschungsgesetz: Die Arbeit fängt jetzt erst an

Das Medizinforschungsgesetz (MFG) ist ein Meilenstein. Warum? Weil es dafür sorgt, dass die klinische Forschung wieder auf die Überholspur kommt. Weil es Deutschland dort stärkt, wo seine Talente liegen: In der Entwicklung neuer Therapien für Menschen mit schweren Erkrankungen. Aber das MFG ist kein Selbstläufer: Die Arbeit fängt jetzt erst an.

Tessa Wolf


Erich Irlstorfer MdB

Kraftanstrengung über Parteigrenzen hinweg erforderlich

Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach wollte die Pflege zur Chefsache machen, eine große und weitreichende Pflegereform hat er versprochen – doch in den nun mehr als 930 Tagen seit Amtsantritt passierte nichts dergleichen. Nun die Kehrtwende: Der politische Druck ist zu hoch, die Herausforderungen zu schwerwiegend. Lauterbach kündigt nach den Kabinettsberatungen des Berichts der Bundesregierung zur Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung ein großes Reformkonzept an.

Erich Irlstorfer


Dr. Jens Baas

GDAG: klare Rollenverteilung statt Mikromanagement

Ein gutes Jahr vor Ende der Legislaturperiode bleiben von A wie Ambulantisierung bis Z wie „Zuschuss dynamisieren“ noch viele gesundheitspolitische Baustellen offen. Eine positive Ausnahme ist der Bereich Digitalisierung, denn hier ist tatsächlich einiges passiert: Mit dem Gesetz zur Schaffung einer Digitalagentur Gesundheit (GDAG) geht bereits das dritte BMG-Gesetz mit digitalem Schwerpunkt an den Start. Sein Ziel ist, die Kompetenzen in der digitalen Infrastruktur zur bündeln.

Dr. Jens Baas


Prof. Dr. med. Jürgen Windeler © Axentis/Lopata
© Axentis/Lopata

Erinnern Sie sich noch an den G-BA?

Neben allerlei eigentümlichen Regelungen enthält der kursierende Referentenentwurf zum „Gesundes-Herz-Gesetz“ eine radikale Abkehr von fast allen Grundsätzen, die in der Methodenbewertung bisher galten, und treibt die monomane Idee, alles selbst und besser zu können, auf die Spitze.

Prof. Dr. Jürgen Windeler


Verena Bentele © Susie Knoll
© Susie Knoll

Rettet die Pflegeversicherung

Knapp 30 Jahre nach der Einführung der Pflegeversicherung steht diese vor einer ungewissen Zukunft. Es drohen steigende Beiträge und Leistungskürzungen. Deshalb muss die Finanzierung dringend reformiert werden – und zwar jetzt.

Verena Bentele

Dr. Matthias Gruhl

Der Entwurf eines Notfallgesetzes: nur Bruchstück einer Reform

Der kürzlich vorgelegte Referentenentwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung (NotfallG) ist der dritte Versuch nach 2019 und 2020 zur Neuformulierung der Notfallgesetzgebung. Während die beiden Vorläufer mutige sektorübergreifende Ansätze beinhalteten, kommt der neue Entwurf mit deutlich geringerer systemischer Veränderungsbereitschaft daher. Nachvollziehbar, wenn man sich das Scheitern der ersten Vorstellungen vergegenwärtigt. Dafür sollte der dritte Versuch aber sitzen.

Dr. Matthias Gruhl

Dr. Thomas Kaiser

Geheime Medikamentenpreise: Foulspiel gegen Europa und Eigentor der pharmazeutischen Industrie

Die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland startet mit dem Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland. „Heimspiel für Europa“, so der Slogan der Bundesregierung zu diesem Großereignis, das die Menschen in Europa verbinden soll [1]. Zwei Tage zuvor wurde im Gesundheitsausschuss über ein europapolitisch wichtiges Vorhaben diskutiert: die vertraulichen Erstattungsbeträge für das AMNOG als Bestandteil des Medizinforschungsgesetzes. Bei der Diskussion wurde erneut deutlich: Die geplanten Geheimpreise sind ein Foulspiel gegen Europa. Und sie sind ein Eigentor der pharmazeutischen Industrie.

Dr. Thomas Kaiser