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Trends

Pit Zimmermann

Krankenhausmanagement unter besonderen Umständen

Am 13. März 2020 tagte die Sonderbetriebsleitungssitzung des St. Vinzenz-Hospital zum ersten Mal zum Thema Covid-19 und beschäftigte sich intensiv damit, welche Konsequenzen die Corona-Pandemie für den Krankenhausalltag haben wird. Das Akademische Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln hat 370 Betten und ca. 1.000 Mitarbeiter. In den darauffolgenden Wochen traf sich die Sonderbetriebsleitung täglich, mittlerweile nur noch zweimal in der Woche. Die ersten Schritte, die besprochen wurden, waren: Wie kommunizieren wir intern und extern, was müssen wir machen, um dauerhaft handlungsfähig zu sein, wie schützen wir die Patienten und Mitarbeiter im Haus, und wie vermeiden wir Zustände, die uns aus den Nachbarländern bekannt waren.

Pit Zimmermann


Lauren F. Lyles-Stolz
Alpana Mair
Dr. h.c. Helmut Hildebrandt

Neue Rolle für Apotheker in integrierten regionalen Versorgungssystemen – das Potenzial ist groß

Die klassische Arbeitsteilung zwischen Pharmazie und Medizin bricht immer mehr auf, interprofessionelle Kooperationen nehmen zu. Diese Entwicklung ist ein internationaler Prozess, der sich in den kommenden Jahren weiter verstärken wird. Auch in Deutschland sollten wir das Potenzial nutzen. Denn gerade in regionalen, value-based orientierten Gesundheitsnetzwerken könnten Apotheker als „Medikamentenexperten“ eine wichtige Rolle übernehmen, zum Beispiel in der kontinuierlichen Begleitung chronisch kranker Patienten. Diese Abhandlung [1] beschreibt den Beitrag von Apothekern für die Optimierung der Gesundheitsversorgung in den USA und Schottland sowie die ersten Schritte zur Integration von Apothekern in die Organisation regionaler Versorgungsmodelle in Deutschland.

Lauren F. Lyles-Stolz, Alpana Mair, Dr. h. c. Helmut Hildebrandt

Dr. Hans-Christian Wirtz

„Der Koordinations- und Abstimmungsaufwand auf wissenschaftlicher, regulatorischer, staatlicher und finanzieller Ebene ist enorm"

Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus läuft derzeit weltweit auf Hochtouren. Ende März gab Johnson & Johnson bekannt, 2021 eine Milliarde Impfdosen zur Verfügung zu stellen. In den USA ist der Gesundheitskonzern, zu dem auch das forschende Pharmaunternehmen Janssen zählt, in der gesundheitspolitischen Debatte deutlich präsenter als hierzulande. Das soll sich bald ändern, sagt Dr. Hans-Christian Wirtz, Leiter Government & Patient Affairs von Janssen Deutschland. Auch in Deutschland wolle Janssen sich künftig noch stärker einbringen: Als Hersteller von transformativen Therapien trage Janssen – gemeinsam mit den anderen Akteuren im Gesundheitssystem – die Verantwortung dafür, dass medizinische Innovationen auch zukünftig frühzeitig ins System und damit zu den Patienten gelange. Die Weiterentwicklung des bestehenden Systems hin zu einem konsequent patientenzentrierten System wolle Janssen proaktiv mitgestalten.

Dr. Hans-Christian Wirtz

Dr. Robert Paquet © Foto: Cordia Schlegelmilch, © Robert Paquet
© Foto: Cordia Schlegelmilch, © Robert Paquet

Auslandsversicherte im Risikostrukturausgleich (RSA)

Die Auslandsversicherten nehmen im Risikostrukturausgleich (RSA) eine Sonderstellung ein. Die Bemessung der Zuweisungen für diese Personengruppe war seit Einführung des RSA umstritten. Das „normale“ prospektive Standardisierungsverfahren geht hier fehl, weil ihre Leistungskosten in fremden Gesundheitssystem entstehen, deren Strukturen und Preisgefüge sich erheblich von denen in Deutschland unterscheiden. Außerdem liegen nur bruchstückhafte Informationen zur ihrer Morbidität und den in Anspruch genommenen Leistungen vor. Das hat zu einer Reihe von Sonderregelungen im RSA für diese Versicherten geführt. Der Gesetzgeber hatte Datengrundlagen und Verfahren in einem ersten Gutachten noch einmal gründlich untersuchen lassen. In einem zweiten Gutachten wurde nun der damalige Lösungsvorschlag zur Umsetzungsreife weiterentwickelt: Die Gutachter empfehlen, das derzeit rein altersbasierte Zuweisungsverfahren (Kassen erhalten für ihre Auslandversicherten die durchschnittlichen Zuweisungen der Inlandsversicherten der gleichen Altersgruppe) auf ein rein länderbezogenes Zuweisungsverfahren (Kassen erhalten die durchschnittlichen Ausgaben der Versicherten des jeweiligen Landes als Zuweisung) gemäß Modellansatz 3 des Erstgutachtens umzustellen. Ein Ist-Ausgleich der Ausgaben der einzelnen Kassen wird nachdrücklich abgelehnt.

Dr. Robert Paquet


Dr. Robert Paquet © Foto: Cordia Schlegelmilch, © Robert Paquet
© Foto: Cordia Schlegelmilch, © Robert Paquet

Krankengeld im Risikostrukturausgleich (RSA)

Wer geglaubt hätte, die Reform des Risikostrukturausgleichs (RSA) zwischen den Krankenkassen wäre mit dem jüngst verabschiedeten GKV-Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (FKG) erst einmal zu einem Schlusspunkt gekommen, hat sich in jedem Fall getäuscht. Schon im FKG selbst wird der Beirat beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) beauftragt, im Jahre 2023 erstens die Konstruktion und Wirksamkeit der sog. Manipulationsbremse zu überprüfen und zweitens die Umsetzung der Regionalkomponente zu evaluieren (§ 266 Abs. 10 SGB V). Aber nicht nur das. Schon seit längerer Zeit werden zwei aus der RSA-Reform des FKG abgetrennte Probleme bearbeitet, für die das damals noch als Bundesversicherungsamt (BVA) firmierende BAS zwei inzwischen vorliegende Gutachten vergeben hat. Es geht um die Form der Einbeziehung des Krankengeldes in den RSA und den Umgang mit den Zuweisungen für die Auslandsversicherten. Hier soll zunächst das Krankengeld-Gutachten (IGES 2019) betrachtet werden[1].

Dr. Robert Paquet


Prof. Dr. Roman Mennicken

Patientensicherheit – wie agieren deutsche Kliniken?

Unerwünschte Ereignisse verhindern oder zumindest minimieren, Sicherheitsverhalten fördern und Risiken beherrschen. All das verbirgt sich hinter dem Begriff Patientensicherheit. Eine große Aufgabe, der sich die Krankenhäuser in Deutschland verschrieben haben. Aus gutem Grund: Es geht um das Wohl der Patienten und um die Reduzierung von Kosten. 90 bis 95 Prozent aller stationären Behandlungen verlaufen ohne Zwischenfälle, so der vdek. Dennoch kann die Zahl deutlich verringert werden. Gesetzliche Regelungen, wie im Patientenrechtegesetz oder Infektionsschutzgesetz verankert, schaffen die Grundlage. Gefragt sind aber auch zusätzliche Initiativen der Kliniken bzw. ihrer Träger, wie die des Landschaftsverbandes Rheinland. Für die USA wurde in einer Studie gezeigt, dass sich mehr Patientensicherheit für Krankenhäuser auch finanziell lohnen kann ( Beauvais et al. 2019 ). Der folgende Beitrag legt den Schluss nahe, dass dieses Forschungsergebnis auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar ist.

Prof. Dr. Roman Mennicken


Sebastian Hofmann

Geht der Trend zum Market Access?

Nach ihrem ersten Sammelband zum Thema Market Access aus dem Jahr 2018 unternehmen die Herausgeber Mario Pfannstiel, Roger Jaeckel und Patrick Da-Cruz aktuell einen zweiten Anlauf. Die drei Hochschullehrer aus Neu-Ulm veröffentlichen eine Sammlung fachlicher Artikel unter dem Titel „Market Access im Gesundheitswesen – Hürden und Zugangswege zur Gesundheitsversorgung“. Beim Blick auf den Inhalt wird schnell klar: Das Spektrum an Themen ist deutlich breiter als noch im ersten Band. Die fachliche Begründung liefert einer der Herausgeber selbst. Roger Jaeckel, der im Observer Gesundheit bereits zum Market Access digitaler Produkte einen Beitrag veröffentlicht hat, erläutert seine neue Interpretation des Begriffes und gibt damit – bewusst oder unbewusst – den Anstoß für die Klärung einer Frage: Was ist eigentlich Market Access?

Sebastian Hofmann


Prof. Roger Jaeckel

Market Access als neue digitale Leitwährung

„Patienten sollen sich darauf verlassen können, dass digitale Anwendungen und sinnvolle Apps schnell und sicher in die Versorgung kommen. Daher gibt es für die Patienten ab 2020 gesunde Apps auf Rezept.“ Mit diesen Worten lobte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sein Digitale-Versorgung-Gesetz, das seit Anfang des Jahres in Kraft ist. Doch der Weg von der Entwicklung einer App bis zur Anwendung beim GKV-Versicherten ist für Hersteller als auch Anwender ein langwieriger und steiniger. Notwendige gesetzliche Regelungen fehlen derzeit noch. Der Market-Access-Prozess ist mehrschichtig und komplex, wie im nachfolgenden Beitrag ersichtlich.

Prof. Roger Jaeckel


Konstanze Zapff
Thomas Bublitz

Gute Qualität gibt es nicht für umsonst

Mit ihren ganzheitlichen Angeboten bieten Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen Familien professionelle Hilfen und wirken spezifischen Gesundheitsrisiken und bestehenden Erkrankungen von Müttern und Vätern effektiv entgegen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des sich verschärfenden Fachkräftemangels wird es immer wichtiger, die belasteten Mütter und Väter professionell zu unterstützen, Familien zu stabilisieren und Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Aktuell gibt es 126 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter und Väter in Deutschland, die annähernd hälftig in karitativer und privater Trägerschaft die Versorgung übernehmen.

Konstanze Zapff, Thomas Bublitz


Prof. Dr. Eva Susanne Dietrich

Biosimilars – ein noch zu hebender Schatz?

Die Preisstruktur biologischer Arzneimittel stellt Gesundheitssysteme weltweit vor erhebliche Herausforderungen. Ähnlich wie seinerzeit bei den Small Molecules und deren Generika erhofft man sich von Biosimilars eine massive Downregulierung der Preise. Die Erwartungen an die Einsparungen wurden jedoch vielerorts noch nicht erfüllt. Die folgende Tour d’horizon durch die internationale Regulierungslandschaft zeigt, dass die verschiedenen Länder unterschiedlich robust vorgehen, wenn es darum geht, die Biosimilarquoten zu erhöhen und Effizienzreserven zu realisieren. Aufgrund der Polypragmasie sind dabei die Effekte der einzelnen Maßnahmen schwer zu beurteilen. Zumindest kurzfristig können Länder mit starker staatlicher Intervention die größten Erfolge erzielen. Dass ein relativ freier Wettbewerb langfristig zu größeren Einsparungen führt, wird vielfach beschworen. Entsprechende Erkenntnisse liegen jedoch (noch) nicht vor und werden angesichts der aktuell massiven Interventionen auch mittelfristig nur in begrenztem Umfang verfügbar sein. Viele Staaten haben sich vielmehr hohe Biosimilarquoten und Einsparungen auf die nationalen Agenden geschrieben und begleiten diese mit vielfältigen Maßnahmen.

Prof. Dr. Eva Susanne Dietrich

Prof. Dr. Volker Möws

Digitalisierung ist auch eine Kulturfrage

Das neue Buch „Zukunft der Gesundheit – vernetzt, digital, menschlich“ soll als Impulsgeber für Entscheider aus Politik, Gesellschaft und Gesundheitswesen dienen. Mit einem klaren Ziel: Eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung zu erreichen.

Prof. Dr. Volker Möws

Martin Große-Kracht

IT / Digitalisierung: ein Werkzeug, kein Allheilmittel

2021 werden die elektronischen Patientenakten eingeführt. Dies wurde im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) beschlossen. Der bevorstehende digitale Wandel in der Datenerfassung konfrontiert vor allem Krankenhäuser mit großen Herausforderungen. IT- Prozesse und Strategien müssen angepasst werden, um einen möglichst flächendeckenden Nutzen aus den elektronischen Patientenakten zu generieren.

Martin Große-Kracht