
BFB-Neujahrsempfang am 17. Januar, Berlin - nach Abschluss der Sondierung, vor dem SPD-Bundesparteitag
Die Zahl der selbstständigen Freiberufler ist zwischen Jahresbeginn 2016 und 2017 von 1,344 Millionen auf 1,382 Millionen Personen gestiegen – ein Gesamtplus von 2,8 Prozent. Das will gewürdigt und auch gefeiert werden – auf dem Neujahrsempfang des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Die mehr als 230 Politiker, Vertreter von Verbänden, Wissenschaftler und weiteren wichtigen Gästen konnten einen ersten Blick in den frisch restaurierten Kaisersaal werfen und seine Schönheit persönlich in Augenschein nehmen. Erst 2 Tage zuvor waren die Pforten für Events geöffnet. Gesprächsstoff gab es schon vor den ersten Reden: Hier haben sich die Sondierer einer möglichen Jamaika-Koalition getroffen, haben sich auf dem Balkon präsentiert und sind ohne Ergebnis wieder auseinandergegangen. Die Politiker einer möglichen Großen Koalition sitzen am 17. Januar noch zusammen. Keine Bürgerversicherung, so erhoffen sich das auch die Mitgliederorganisationen des BFB zu diesem Zeitpunkt. „Unterm Strich“ haben sich die Freiberufler von der bisherigen Bundesregierung gut behandelt gefühlt, resümierte der seit 2017 agierende Präsident Wolfgang Ewer. Nicht ohne Stolz berichtete er vom Wirtschaftsfaktor der Freien Berufe: 327 Milliarden Euro oder 10,8 Prozent werden zum Bruttoinlandsprodukt beigesteuert. Diese Zahlen versprechen, dass es weiter bergauf geht. Mit dem Fachkräftemangel müssen sich allerdings auch die Freien Berufe auseinandersetzen. Dabei sind Gründungen in freiberuflich geprägten Wirtschaftszweigen durchaus attraktiv, sagte Ewer und verwies auf eine aktuelle Analyse des Institutes für Mittelstandsforschung. Deutlich mehr als die Hälfte der freiberuflichen Gründer mit mindestens einem Mitarbeiter sind nach fünf Jahren weiter am Markt. Das sei ein Vorsprung von zehn Prozentpunkten auf die Gründungen in der Gesamtwirtschaft.

