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Management

Management / Wissenschaft: Expertenfeedback verbessert Therapieentscheidungen bei jungen Kinderärzten

Mehr Leistung und weniger Zeit – mit der leistungsorientierten Vergütung im Gesundheitswesen zählt jede Minute. Das gilt auch für den Kontakt zwischen Arzt und Patient. Ärzte müssen immer häufiger in kürzester Zeit adäquate Behandlungsentscheidungen treffen, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Um die Therapieentscheidungen von Ärzten zu unterstützen, werden zunehmend Entscheidungshilfen wie Therapieleitlinien oder expertenbasiertes Feedback eingeführt. Es stellt sich nun die Frage, in welchem Ausmaß solche Entscheidungshilfen zu einer Optimierung von ärztlichen Therapieentscheidungen beitragen. Eine deutsche Studie untersucht erstmalig, inwieweit die Entscheidungen zur Antibiotikagabe von Kinderärzten durch Feedback von Experten verbessert werden kann [1].


Prof. Dr. Roman Mennicken

Management / Trends: Patientensicherheit – wie agieren deutsche Kliniken?

Unerwünschte Ereignisse verhindern oder zumindest minimieren, Sicherheitsverhalten fördern und Risiken beherrschen. All das verbirgt sich hinter dem Begriff Patientensicherheit. Eine große Aufgabe, der sich die Krankenhäuser in Deutschland verschrieben haben. Aus gutem Grund: Es geht um das Wohl der Patienten und um die Reduzierung von Kosten. 90 bis 95 Prozent aller stationären Behandlungen verlaufen ohne Zwischenfälle, so der vdek. Dennoch kann die Zahl deutlich verringert werden. Gesetzliche Regelungen, wie im Patientenrechtegesetz oder Infektionsschutzgesetz verankert, schaffen die Grundlage. Gefragt sind aber auch zusätzliche Initiativen der Kliniken bzw. ihrer Träger, wie die des Landschaftsverbandes Rheinland. Für die USA wurde in einer Studie gezeigt, dass sich mehr Patientensicherheit für Krankenhäuser auch finanziell lohnen kann ( Beauvais et al. 2019 ). Der folgende Beitrag legt den Schluss nahe, dass dieses Forschungsergebnis auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar ist.

Prof. Dr. Roman Mennicken

Sebastian Hofmann

Management / Trends: Geht der Trend zum Market Access?

Nach ihrem ersten Sammelband zum Thema Market Access aus dem Jahr 2018 unternehmen die Herausgeber Mario Pfannstiel, Roger Jaeckel und Patrick Da-Cruz aktuell einen zweiten Anlauf. Die drei Hochschullehrer aus Neu-Ulm veröffentlichen eine Sammlung fachlicher Artikel unter dem Titel „Market Access im Gesundheitswesen – Hürden und Zugangswege zur Gesundheitsversorgung“. Beim Blick auf den Inhalt wird schnell klar: Das Spektrum an Themen ist deutlich breiter als noch im ersten Band. Die fachliche Begründung liefert einer der Herausgeber selbst. Roger Jaeckel, der im Observer Gesundheit bereits zum Market Access digitaler Produkte einen Beitrag veröffentlicht hat, erläutert seine neue Interpretation des Begriffes und gibt damit – bewusst oder unbewusst – den Anstoß für die Klärung einer Frage: Was ist eigentlich Market Access?

Sebastian Hofmann

Management / Wissenschaft: Wohin mit den Patienten, wenn kein Platz mehr frei ist?

Personalschlüssel müssen vorgehalten werden, der Patientenzulauf steigt – in Anbetracht der gegenwärtigen gesundheitspolitischen und demografischen Entwicklungen in Deutschland werden Krankenhäuser immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Erste Konsequenzen sind bereits zu verzeichnen. Bis zur Jahresmitte 2019 nahmen 37 % der deutschen Krankenhäuser Bettensperrungen in pflegesensitiven Intensivbereichen vor (z.B. Intensivmedizin) [1]. Eine steigende Nachfrage bei sinkenden Kapazitäten – kann das gut gehen? Um dem zunehmenden Patientenzulauf gerecht zu werden, müssen Krankenhäuser vermehrt auf alternative Strategien zurückgreifen. Eine Möglichkeit besteht in der Anwendung einer sogenannten Off-Service-Platzierung, wo Patienten auf Betten einer fachfremden Station verlegt werden, sofern keine Betten auf der diagnose-zugehörigen Station vakant sind. Welche Auswirkung eine solche Off-Service-Platzierung auf die betroffenen Patienten und auf die zugehörigen Prozessabläufe hat, wurde erstmalig in einer Studie [2] aus den USA untersucht. Die Ergebnisse sind niederschmetternd.


Prof. Roger Jaeckel

Management / Trends: Market Access als neue digitale Leitwährung

„Patienten sollen sich darauf verlassen können, dass digitale Anwendungen und sinnvolle Apps schnell und sicher in die Versorgung kommen. Daher gibt es für die Patienten ab 2020 gesunde Apps auf Rezept.“ Mit diesen Worten lobte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sein Digitale-Versorgung-Gesetz, das seit Anfang des Jahres in Kraft ist. Doch der Weg von der Entwicklung einer App bis zur Anwendung beim GKV-Versicherten ist für Hersteller als auch Anwender ein langwieriger und steiniger. Notwendige gesetzliche Regelungen fehlen derzeit noch. Der Market-Access-Prozess ist mehrschichtig und komplex, wie im nachfolgenden Beitrag ersichtlich.

Prof. Roger Jaeckel


Konstanze Zapff
Thomas Bublitz

Management / Trends: Gute Qualität gibt es nicht für umsonst

Mit ihren ganzheitlichen Angeboten bieten Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen Familien professionelle Hilfen und wirken spezifischen Gesundheitsrisiken und bestehenden Erkrankungen von Müttern und Vätern effektiv entgegen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des sich verschärfenden Fachkräftemangels wird es immer wichtiger, die belasteten Mütter und Väter professionell zu unterstützen, Familien zu stabilisieren und Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Aktuell gibt es 126 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen für Mütter und Väter in Deutschland, die annähernd hälftig in karitativer und privater Trägerschaft die Versorgung übernehmen.

Konstanze Zapff, Thomas Bublitz


Management / Wissenschaft: Mehr Sicherheit für die Patienten lohnt sich für ein Krankenhaus auch finanziell!

In den USA ist es bereits gang und gäbe, dass Krankenhäuser mit finanziellen Sanktionen bei einem Verstoß gegen Vorgaben zur Patientensicherheit rechnen müssen. Beispielsweise erhalten US-Krankenhäuser eine reduzierte Vergütung für Behandlungen, die nachweislich auf den Krankenhausaufenthalt zurückzuführen sind (z.B. Fremdkörper, die nach einer Operation im Körper verbleiben). Die finanziellen Sanktionen erhöhen den Druck auf die Krankenhäuser, Qualitätssicherungsstandards umzusetzen. Der daraus resultierende positive Effekt für die Patientensicherheit wird jedoch von den hohen Kosten überschattet, die ein Krankenhaus dafür aufbringen muss. Endet für ein Krankenhaus die breite Implementierung von Patientensicherheitsmaßnahmen damit automatisch in einem finanziellen Verlust? Eine Studie [1] aus den USA untersucht erstmalig, wie sich die Effekte von Patientensicherheitsmaßnahmen finanziell auf ein Krankenhaus auswirken.


Prof. Dr. Eva Susanne Dietrich

Management / Trends: Biosimilars – ein noch zu hebender Schatz?

Die Preisstruktur biologischer Arzneimittel stellt Gesundheitssysteme weltweit vor erhebliche Herausforderungen. Ähnlich wie seinerzeit bei den Small Molecules und deren Generika erhofft man sich von Biosimilars eine massive Downregulierung der Preise. Die Erwartungen an die Einsparungen wurden jedoch vielerorts noch nicht erfüllt. Die folgende Tour d’horizon durch die internationale Regulierungslandschaft zeigt, dass die verschiedenen Länder unterschiedlich robust vorgehen, wenn es darum geht, die Biosimilarquoten zu erhöhen und Effizienzreserven zu realisieren. Aufgrund der Polypragmasie sind dabei die Effekte der einzelnen Maßnahmen schwer zu beurteilen. Zumindest kurzfristig können Länder mit starker staatlicher Intervention die größten Erfolge erzielen. Dass ein relativ freier Wettbewerb langfristig zu größeren Einsparungen führt, wird vielfach beschworen. Entsprechende Erkenntnisse liegen jedoch (noch) nicht vor und werden angesichts der aktuell massiven Interventionen auch mittelfristig nur in begrenztem Umfang verfügbar sein. Viele Staaten haben sich vielmehr hohe Biosimilarquoten und Einsparungen auf die nationalen Agenden geschrieben und begleiten diese mit vielfältigen Maßnahmen.

Prof. Dr. Eva Susanne Dietrich


Prof. Dr. Volker Möws

Management / Trends: Digitalisierung ist auch eine Kulturfrage

Das neue Buch „Zukunft der Gesundheit – vernetzt, digital, menschlich“ soll als Impulsgeber für Entscheider aus Politik, Gesellschaft und Gesundheitswesen dienen. Mit einem klaren Ziel: Eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung zu erreichen.

Prof. Dr. Volker Möws


Management / Wissenschaft: Optimierungspotenzial in der Terminfindung

Ein zeitnaher Termin beim Arzt. Wer wünscht sich das nicht? Um Patienten lange Wartezeiten zu ersparen, haben Wissenschaftler [1] ein offenes Terminvereinbarungssystem [OT-System] entwickelt und implementiert. Hierbei erhalten Patienten nach Möglichkeit noch am selben Tag einen Arzttermin, wobei die Behandlung von einem Ärzteteam durchgeführt wird. Ein Termin bei dem regulären Arzt kann durch das OT-System nicht gewährleistet werden, da ein schneller Zugang zur Versorgung im Fokus steht. Doch sind wirklich alle Patienten mit dieser sofortigen Terminvereinbarung unter den gegebenen Bedingungen einverstanden? Eine Studie [2] aus den USA untersucht erstmalig patientenbezogene Präferenzen zu einem OT-System, um Optimierungspotenziale in der Terminfindung herauszuarbeiten.

Martin Große-Kracht

Management / Trends: IT / Digitalisierung: ein Werkzeug, kein Allheilmittel

2021 werden die elektronischen Patientenakten eingeführt. Dies wurde im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) beschlossen. Der bevorstehende digitale Wandel in der Datenerfassung konfrontiert vor allem Krankenhäuser mit großen Herausforderungen. IT- Prozesse und Strategien müssen angepasst werden, um einen möglichst flächendeckenden Nutzen aus den elektronischen Patientenakten zu generieren.

Martin Große-Kracht

Sebastian Hofmann

Management / Trends: Pharma ohne Reform: War´s das?

Betrachtet man die Gesundheitspolitik dieser Bundesregierung, wirkt der Arzneimittelbereich ungewohnt entspannt. Die lustigen Talkshows mit Karl Lauterbach als „Oppositionsführer“ sind lange vorbei, berufsmäßige Pharmakritiker werden in den Medien eher am Rande zitiert, und selbst die Krankenkassen haben es mit guten Daten schwer, öffentliches Gehör zu finden. Auch der ansonsten so fleißige Gesundheitsminister scheint sich für die Erstattung von Arzneimitteln im Moment nicht zu interessieren. Sein einziges Pharmagesetz (GSAV) konzentrierte sich auf regulatorische Maßnahmen, und die Erhöhung der Sicherheit wurde – wie immer – von allen Seiten begrüßt. Nur einige wenige Änderungen haben indirekte Bedeutung für die Erstattung durch die Krankenkassen, wie z.B. der neue Vertriebsweg für Hämophilie-Produkte oder der Austausch von Biosimilars in der Apotheke.

Sebastian Hofmann