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Management

Martin Große-Kracht

Management / Trends: IT / Digitalisierung: ein Werkzeug, kein Allheilmittel

2021 werden die elektronischen Patientenakten eingeführt. Dies wurde im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) beschlossen. Der bevorstehende digitale Wandel in der Datenerfassung konfrontiert vor allem Krankenhäuser mit großen Herausforderungen. IT- Prozesse und Strategien müssen angepasst werden, um einen möglichst flächendeckenden Nutzen aus den elektronischen Patientenakten zu generieren.

Martin Große-Kracht


Sebastian Hofmann

Management / Trends: Pharma ohne Reform: War´s das?

Betrachtet man die Gesundheitspolitik dieser Bundesregierung, wirkt der Arzneimittelbereich ungewohnt entspannt. Die lustigen Talkshows mit Karl Lauterbach als „Oppositionsführer“ sind lange vorbei, berufsmäßige Pharmakritiker werden in den Medien eher am Rande zitiert, und selbst die Krankenkassen haben es mit guten Daten schwer, öffentliches Gehör zu finden. Auch der ansonsten so fleißige Gesundheitsminister scheint sich für die Erstattung von Arzneimitteln im Moment nicht zu interessieren. Sein einziges Pharmagesetz (GSAV) konzentrierte sich auf regulatorische Maßnahmen, und die Erhöhung der Sicherheit wurde – wie immer – von allen Seiten begrüßt. Nur einige wenige Änderungen haben indirekte Bedeutung für die Erstattung durch die Krankenkassen, wie z.B. der neue Vertriebsweg für Hämophilie-Produkte oder der Austausch von Biosimilars in der Apotheke.

Sebastian Hofmann

Dr. Ines Niehaus

Management / Wissenschaft: Ein Besuch in der Notfallaufnahme – Ja oder Nein?

Die hohe Auslastung in den deutschen Notfallaufnahmen ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international ein großes Problem. Der immer mehr zunehmende Patientenzulauf verlangt nach Lösungen für die Entwicklung einer effizienteren Notfallversorgung – in Deutschland wird derzeit dazu gerade der Arbeitsentwurf einer Reform der Notfallversorgung zwischen Bund und Ländern diskutiert. Die Vorankündigung von Wartezeiten ist ein Weg, um Kunden eine erste Einschätzung zur Auslastung des entsprechenden Service-Systems (z.B. Call-Centern) zu geben. Wartezeitinformationen haben nun auch im Gesundheitswesen Einzug gehalten. Vor allem in den USA veröffentlichen Krankenhäuser die zu erwartenden Wartezeiten in den Notfallaufnahmen (z.B. auf der Krankenhauswebsite), um Patienten schneller behandeln zu können. Bislang ist jedoch unklar, inwieweit Wartezeitinformationen tatsächlich die Notfallaufnahmen-Auswahl eines Patienten beeinflussen. Eine Studie [1] aus den USA untersucht jetzt erstmalig, welchen Effekt angekündigte Wartezeitinformationen auf die Auslastung der Notfallaufnahmen haben und wie Krankenhausnetzwerke von dieser Form der Patientenzulaufsteuerung profitieren können.

Dr. Ines Niehaus

Thomas Meißner

Management / Trends: Betriebswirtschaftlicher Preis und tarifvertragliche Entlohnung in der ambulanten Pflege

Die ambulante Pflege unterliegt einem streng regulierten Bereich. In diesem haben allein die Kostenträger – vorrangig Krankenkassen, Pflegekassen und Sozialhilfeträger – maßgeblichen Einfluss auf den Inhalt und den Preis der Leistungen. Gerade weil das aber so ist, müssen die Kostenträger auch ihrem Sicherstellungsauftrag nachkommen, d.h. eine für den Patienten sinnvolle Leistungserbringung und eine entsprechende Finanzierung im Blick haben. Doch davon kann derzeit keine Rede sein, wie im Folgenden konkret nachgewiesen wird.

Thomas Meißner


Dr. Ines Niehaus

Management / Wissenschaft: Mehr IT = Mehr Qualität für alle?

2021 kommt die elektronische Patientenakte – so hat es der Gesetzgeber im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) verordnet. Die Krankenhäuser müssen sich bis März 2021 an der Telematikinfrastruktur beteiligen, verankert im Regierungsentwurf des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG). Doch ist es mit der Einführung von elektronischen Patientenakten schon getan und wie können Krankenhäuser davon profitieren? Eine Studie [1] aus den USA untersucht erstmalig den Effekt von der aktiven Anwendung elektronischer Patientenakten auf die Prozessqualität und zeigt Lösungswege auf, wie die Nutzung von Informationssystemen in Krankenhäusern gefördert werden kann.

Dr. Ines Niehaus


Martin Blaschka
Benjamin Berndt

Management / Trends: RSA-Reform: „Der Sommer der Entscheidung“ für eine gute und faire Gesundheitsversorgung

Wie die Gesundheitsversorgung gerecht, effizient und zum Wohl der Patienten gestaltet werden kann, wird von Politik, Ärzten und Krankenkassen anhaltend diskutiert. Zentral ist dabei die faire Verteilung der Beiträge aus dem Gesundheitsfonds über den Risikostrukturausgleich (RSA). Im Referentenentwurf des „Gesetzes für eine faire Kassenwahl“ (GKV-FKG) sind umfassende Reformen des RSA geplant. Vollmodell, Regionalkomponente, Risikopool und Manipulationsbegrenzung sind dabei zentrale Stichworte. Für rund 100 Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis ist dies also „der Sommer der Entscheidung“. So lautete der Titel des zweitägigen RSA-Fachkongresses 2019, den das WIG2 Institut Ende Juni in Leipzig organisiert hatte.

Martin Blaschka, Dipl.-Pol. Benjamin Berndt


Dr. Werner Baumgärtner

Management / Trends: „Wir müssen uns jeden Tag beweisen: Wie sind wir gut, was machen wir“

Mehr als 5.000 Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten sind bei MEDI Baden-Württemberg organisiert, im Bundesverband MEDI GENO Deutschland sind es über 15.000. Aus der von vier Ärzten ins Leben gerufenen Ärzteinitiative im Jahre 1992 ist mittlerweile ein mittelständisches Unternehmen mit diversen Managementgesellschaften geworden. Das Portfolio umfasst sowohl, Verträge auszuhandeln, einen eigenen Praxisbedarf bereitzustellen, als auch für den Aufbau und den Betrieb von MVZ da zu sein – das Rundum-sorglos-Paket für MEDI-Mitglieder und ihre Praxen. Initiator und gerade wiedergewählter MEDI-Chef auf Bundes- und Landesebene ist Dr. Werner Baumgärtner. Sein täglicher Antrieb ist, gute Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Existenz der MEDI-Praxen zu schaffen mit garantierter Transparenz. Dafür wird er auch unbequem – wie im jüngsten Fall, der Installierung von nicht sicheren TI-Konnektoren in Arztpraxen.

Dr. Werner Baumgärtner


Dr. Ines Niehaus

Management / Wissenschaft: Online-Sprechstunden – Nutzen für Patienten, mehr Arbeit für Ärzte

Die Patientenbehandlung über elektronische Kommunikationsmedien in der ambulanten Versorgung gewinnt in Zeiten der Digitalisierung und des verstärkten Ärztemangels zunehmend an Interesse. 2018 hat auch der Deutsche Ärztetag den Weg freigemacht, Patienten aus der Ferne behandeln zu dürfen. Ärzte versprechen sich mit dem Angebot von Online-Behandlungen eine Reduzierung der regulären Telefon- und Praxissprechstunden. Damit könnte der steigende Patientenzuwachs in den Arztpraxen besser behandelt werden und sich damit auch positiv auf die Patientengesundheit auswirken. Bringen die innovativen elektronischen Arztbesuche wirklich den gewünschten Erfolg in der Optimierung der Patientenversorgung? Eine Studie aus den USA [1] untersucht erstmalig die Auswirkungen von Online-Sprechstunden auf die Patientengesundheit und prüft, inwieweit Online-Sprechstunden tatsächlich zu einer Reduzierung der bislang regulären Praxissprechstunden beitragen.

Dr. Ines Niehaus


Prof. Dr. Jonas Schreyögg

Management / Trends: Pflegeuntergrenzen – eine potenziell sehr effektive Maßnahme

Um die derzeit durch die Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Förderung der Pflege einzuordnen, muss man sich zunächst noch einmal die Ziele vor Augen halten, die mit möglichen Veränderungen erreicht werden sollten. Erstens ist eine Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufes notwendig, um auch zukünftig den Bedarf an PflegerInnen decken zu können. Hierfür bedarf es auch einer Reduktion der Komplexität des Arbeitsalltags durch verbesserte Schichtbesetzung in Teilen der Krankenhäuser. Zweitens ist eine Gewährleistung von Patientensicherheit durch eine ausreichende Schichtbesetzung zu gewährleisten. Drittens, sollten zusätzliche Ressourcen so verausgabt werden, dass sie den höchstmöglichen Nutzen im Sinne der PatientInnen stiften.

Prof. Dr. Jonas Schreyögg


Management / Wissenschaft: Ein Blick über den Tellerrand bei eigenen IT-Investitionen lohnt sich!

Mit dem Terminservice-Gesetz (TSVG) hat der Gesetzgeber die Bereitstellung der elektronischen Patientenakte (ePA) seitens der Krankenkassen zum 1. Januar 2021 beschlossen. Gegenwärtig arbeiten die ambulanten Leistungserbringer sowie Kassen und gematik mit Hochdruck an der Umsetzung. Krankenhäuser sollen bis März 2021 verpflichtet werden, sich an der Telematikinfrastruktur zu beteiligen, so steht es im Entwurf des Digitale Versorgung-Gesetzes (DVG). Dafür sollen sie einen Zuschlag erhalten. Abgesehen davon, dass der Patient davon langfristig profitieren soll, ist nicht klar, wie hoch die Ausgaben für die Krankenhäuser sein werden. Die Diskussion über die Effekte der ePA bzw. von elektronischen Patientenakten generell steht in Deutschland noch am Anfang. In einer Studie [1] aus den USA ist der Einfluss von IT-Investitionen auf die regionale Entwicklung von stationären Gesundheitskosten untersucht worden.

Dr. Simone Breitkopf

Management / Trends: Das neue Paradigma

Gutes Geld für gute Leistung – das ist seit ein paar Jahren DAS Paradigma der Gesundheitspolitik. Und spätestens seit dem AMNOG (Arzneimittelmarkt- Neuordnungsgesetz) ist klar, was „gut“ ist: ein wissenschaftlich belegter Nutzen für den Patienten.

Dr. Simone Breitkopf

Prof. Stefan Scholtes, Cambridge Judge Business School

Management / Trends: „Patienten brauchen Koordinatoren: Wenn Du ein Problem hast, wir lösen es“

Eine älter werdende Bevölkerung, Multimorbidität und weniger medizinisches Fachpersonal, insbesondere Allgemeinmediziner, sind große Herausforderungen für die medizinische Versorgung: in Deutschland, wie auch in anderen Ländern. Eine besondere Rolle spielen dabei die Hausärzte als erste Ansprechpartner für die Patienten, die vor allem auf dem Land händeringend gesucht werden. Das Zauberwort der Bundesregierung heißt sektorenübergreifende Versorgung. Im September hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Mehr Zusammenarbeit und eine bessere Vernetzung unterschiedlicher Versorgungsbereiche sind das Ziel; Innovationen gefragt. In England ist vor drei Jahren ein solches innovatives Projekt für eine sektorenübergreifende Versorgung gestartet. Unter „Granta Medical Practices“ haben sich um die Region Cambridge vier Hausarztpraxen zusammengeschlossen und kooperieren mit Pflegediensten und einer Universitätsklinik. Ist ein solches Projekt auch für Deutschland denkbar? Ein Gespräch mit einem der Initiatoren des Projektes, Stefan Scholtes, Professor für Gesundheitsmanagement an der Judge Business School der Universität Cambridge.

Prof. Dr. Stefan Scholtes