Zumindest bei den Sommerfesten lebt die Digitalisierung im Gesundheitswesen: Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) hatte auf das Restaurantschiff PATIO geladen – und weit mehr Entscheider aus Kassenverbänden, Ärzteschaft und der Unfallversicherung sowie der Politik als in den Vorjahren kamen zum Helgoländer Ufer in Berlin-Tiergarten.
Die Sommerfeste des Marburger Bundes (MB) sind für die Gäste immer ein Höhepunkt. Denn bei der Wahl des Austragungsortes geben sich die Verantwortlichen wirklich Mühe, vielleicht sogar ihr Bestes. Ob die „Tube Station“ (2015), das Alte Stadthaus (2016) oder der „Spreespeicher“ (2017) – neben dem Netzwerken bleibt Zeit, die ungewöhnliche Location zu bestaunen und zu erkunden. In diesem Jahr entschied sich der MB für die Kunztschule in der Schützenstraße. Das ursprünglich 1904 erbaute Palais trennte – fast verfallen – vor der Wende den West- und Ostteil Berlins unmittelbar an der Mauer und bildet heute die Grenze zwischen Mitte und Kreuzberg. Die beeindruckende Sandstein-Fassade ist mit patriotischen Elementen verziert; einem Wappen mit dem Reichsadler sowie den Heiligen Georg, der den Erbfeind tötet, der in Form eines Drachen dargestellt ist.
Was haben Gesundheit und Zirkus miteinander zu tun? Diese Frage stellte sich Staatssekretär Thomas Gebhart anlässlich seiner Rede zum zehnjährigen Jubiläum des IKK e.V. und fand eine durchaus überraschende Antwort: „Es sind die wilden Tiere, die es übrigens auch im Bundesgesundheitsministerium gibt“ mit dem direkten Verweis auf seine namentliche Nähe zum schnellsten Land-Raubtier der Welt. Mehr als 200 Gäste waren in die „Bar jeder Vernunft“ zur „Gesundheit trifft Zirkus“ gekommen und amüsiert über die Worte des Staatssekretärs.
Sehen, spüren, erfahren – verstehen. Und das alles gespickt mit viel Emotionen. So läuft die Werbung in der Automobilbranche, für Supermarktketten oder Baumärkte oder für neue Lebensmittel. Oftmals wird schon Monate vorher ein Produkt beworben, bevor es auf den Markt kommt. Der Coup gelingt – meistens. Der Krankenversicherungsmarkt hat sich in diesem Bereich nicht hervorgetan: Bis jetzt. Der öffentlichen Vorstellung der digitalen Gesundheitsakte Vivy am 5. Juni in Berlin mit großem Auflauf aus der Branche ging eine monatelange Werbung auf den sozialen Medien und bei Veranstaltungen voraus.
Wenn ein Fest im Jahr für die Selbstverwaltung und auch für die Politik ein Pflichttermin ist, dann auf jeden Fall das Sommerfest des GKV-Spitzenverbandes in der Berliner Reinhardtstraße. Wo sonst die Verwaltungsratssitzungen stattfinden oder Verhandler von Kassen und Leistungserbringer sich die Köpfe um Honorare heiß reden, gab es bei herrlichem Sommerwetter Getränke, serviert von nettem Personal, etwas für den Magen und vor allem Zeit zum Plaudern.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) lud nach Berlin ins Hotel Titanic – ein Termin mit Kalauergarantie: Josef Hecken (G-BA) sah sich und Lutz Stroppe (BMG) schon als das Liebespaar eines (vielleicht) sinkenden Fonds. Dabei ließ er offen, wie er sich die berühmte Pose am Bug des Schiffes vorstellt. Das war zu erwarten. Dem aufmerksamen Zuhörer kam während der Podiumsdiskussion eine ganz andere Szene des Hollywood-Streifens in den Sinn: Plötzlich beginnt der Run auf die Rettungsboote, während das Orchester unerschütterlich die Begleitmusik beisteuert. In einigen Statements öffnete sich nämlich bereits eine Hintertür für den Fall, dass der Fonds letztlich scheitert. Bei dem Wort „Ergebnis“ scheinen manche jetzt schon nervös zu werden.
Als vor vier Jahren die ABDA zum ersten Mal zum Sommerfest in die Heilig-Kreuz-Kirche lud, staunten die Eingeladenen nicht schlecht: eine Kirche, noch dazu in Kreuzberg, weg von der Berliner Mitte. Kommen die Politiker, verwöhnt von kurzen Wegen, und wer findet überhaupt den Weg in die Zossener Straße?
Für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist ein Frühlingsempfang „gute Musik und grillen“. Im Gesundheitswesen sei er ein Ort, um Botschaften auszutauschen, so gesagt auf dem Frühjahrsfest der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Der CDU-Politiker hatte am Abend des 15. Mai ein volles Programm: 17.45 Rede vor der Stiftung Marktwirtschaft, 19 Uhr Ansprache in der Britischen Botschaft, danach Gespräche führen beim ABDA-Sommerfest in Kreuzberg.
Die männlichen Teilnehmer des diesjährigen Ärztetages werden sich vielleicht bei der Eröffnungsveranstaltung am 8. Mai an ihre Bundeswehrzeit erinnert haben. Das ärztliche Gelöbnis – der Mediziner-Eid – legten erstmalig die rund tausend Delegierten ab – lautstark, bestimmend und vielleicht auch ein wenig fordernd. Die Deklaration von Genf, 1948 vom Weltärztebund verabschiedet, wurde grundlegend reformiert und liegt seit November vergangenen Jahres in deutscher Fassung vor. Und was liegt da näher, dass die Ärzteschaft öffentlich ein Gelöbnis ablegt, dachte sich die Bundesärztekammer. So mancher Arzt in den Reihen fühlte sich vielleicht auch an die katholischen oder evangelischen Gottesdienste – mit dem festen liturgischen Element des gemeinsam gebeteten Glaubensbekenntnisses – erinnert, wenn es im Erfurter Steigerwaldstadion hallte: „Als Mitglied der ärztlichen Profession gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.“ Und gelobt wurde viel Neues, beispielsweise die Autonomie und die Würde der Patienten respektieren, den Beruf „nach bestem Wissen und Gewissen, mit Würde und im Einklang mit guter medizinischer Praxis ausüben.“ Oder auch: „Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten, um eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können.“
Gleich zwei afrikanische Krisenherde kamen dem parlamentarischen Abend des G-BA terminlich in die Quere. Zeitgleich zum offiziellen Teil des Abends fanden im Bundestag die namentlichen Abstimmungen zu den Bundeswehreinsätzen in Mali und Somalia statt; die Abgeordneten waren dort unabkömmlich. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses Erwin Rüddel (CDU)hatte aber offensichtlich einen Dispens erreicht und war von Anfang an dabei. Damit war zumindest die Form gewahrt und das Parlament war angemessen vertreten.
Das Fest der Techniker Krankenkasse im Berliner Büro zeichnet sich durch drei Faktoren aus: hoher Promifaktor, sehr gut besucht – und keine Ansprachen. Oder sagen wir besser: eine knappe Begrüßung des TK-Vorstandsvorsitzenden Dr. Jens Baas. Übrigens eingeführt wurde das „Fest ohne Reden“ vom ehemaligen TK-Vorstandschef Norbert Klusen, der ebenfalls auf dem Fest gut gelaunt war. Das Wetter hatte es in diesem Jahr gut gemeint mit den Gästen; die Sonne strahlte, aber es war nicht zu warm und auch nicht zu kalt – angenehm in den Räumlichkeiten und auch auf der Terrasse – mit traumhaftem Blick über die Mitte Berlins.
Wenn ein forschendes Pharmaunternehmen, dazu noch ein großes, wie MSD, sein hub eröffnet, dann schauen die Gäste gern vorbei. Am 17. April wurde zur Eröffnung des MSD hub Berlin am Alexanderufer in Berlin-Mitte geladen – nur wenige Gehminuten entfernt vom Machtzentrum der Hauptstadt; Kanzleramt, Ministerien, Parlament. Hub steht für den Logistikbegriff „Hauptumschlagbasis“, erläuterte Dr. Susanne Fiedler, Hauptgeschäftsführerin MSD Deutschland. Und hub würde nach ihrer Aussage das Anliegen von MSD sehr gut umschreiben: gezielt und auf Augenhöhe mit der Politik und den Meinungsmachern, also der fünften Gewalt, zu kommunizieren. Fiedler sieht ihr Unternehmen damit als Plattform für den Dialog zur „Interessenvertretung in Zeiten des Vertrauensverlustes“. Ein großer Anspruch, deshalb ist wohl die Berliner Dependance kein herkömmliches Büro, sondern eine Kombination mit barrierefreier Lounge, erklärte der Leiter des MSD hub Berlin, Dr. Clemens Kuhne.